Auch langfristig soll es jetzt aufwärts gehen
Bei Heideldruck kommt Hoffnung auf

Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller schreibt operativ schwarze Zahlen, Analysten glauben mittlerweile an den Turnaround.

DÜSSELDORF. Wer zu Jahresbeginn auf die Aktie von Heidelberger Druck gesetzt hat, wurde bis vor wenigen Tagen bitter enttäuscht. Noch am vergangenen Freitag führte das Papier mit einem Minus von über 16 % seit Anfang Januar die Verliererliste im Nebenwerte-Index MDax klar an. Erst als der weltgrößte Druckmaschinenhersteller am Montag überraschend verkündete, dass der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr einen – wenn auch nur kleinen – operativen Gewinn erwirtschaftet hat, legte die Aktie wieder kräftig zu. Auch langfristig soll es jetzt aufwärts gehen. Mit der Konzentration auf das Kerngeschäft will das Management den Turnaround noch im laufenden Jahr schaffen. „Das Ergebnis und vor allem die überraschend hohen Auftragseingänge im ersten Quartal 2004 sind zumindest eine solide Basis für das neue Geschäftsjahr“, sagt Susanne Schwartze von M.M. Warburg.

Die Krise hat der Konzern damit aber noch nicht vollständig überstanden. Nach Steuern und Restrukturierungskosten wird Heideldruck für das abgelaufene Jahr einen Verlust von rund 690 Mill. Euro ausweisen. Auch bei der Drupa, der wichtigsten Branchenmesse, die Anfang Mai in Düsseldorf stattfindet, wird das Unternehmen mit seinen Partnern zwar wieder zwei komplette Hallen besetzten. Während bei der letzten Ausstellung vor vier Jahren noch zahlreiche neue Produkte und eine konjunkturelle Hochstimmung für Auftragseingänge über 1,5 Mrd. Euro sorgten, wird ein derartiges Rekordergebnis diesmal kaum erreicht.

„Die Marktsituation ist eine völlig andere“, sagt Harald Rehmet von der Landesbank Baden-Württemberg. So hat das Unternehmen erst kürzlich angekündigt, die beiden verlustreichen Sparten – nämlich den Digital- und Zeitungsdruck, die bei der letzten Drupa als „Hoffungsträger“ angepriesen wurden – zu verkaufen. Insgesamt trennt sich das Traditionsunternehmen damit von über 15 % des Konzernumsatzes. Es will sich demnächst fast ausschließlich auf den margenstarken Bogenoffsetdruck, mit dem beispielsweise Geschäftsberichte oder hochwertige Prospekte erstellt werden, konzentrieren. Zudem: Die konjunkturelle Erholung lässt zumindest in Europa noch auf sich warten.

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