Auf dem Werkzeugmaschinenhersteller lastet eine hohe Verschuldung
Gildemeister eignet sich nur für risikofreudige Investoren

Der Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister hat im vergangenen Monat sein Debüt am Anleihemarkt gegeben. Das traditionsreiche im S-Dax notierte Unternehmen aus Bielefeld begab einen Bond über 175 Mill. Euro. Dies ist ein recht kleines Volumen.

FRANKFURT/M. Das festverzinsliche Wertpapier wird in sieben Jahren fällig und bot bei der Emission eine Rendite von 9,75 Prozent. Gerade bei Privatanlegern kam die Kombination aus hoher Rendite und bekanntem Namen gut an. An der Stuttgarter Börse, an der viele Kleinanleger handeln, hat der Bond recht hohe Umsätze.

Seit der Emission ist der Kurs der Anleihe gestiegen und die Rendite entsprechend gesunken. Gestern bekam die Anleihe – wie die Aktie – einen positiven Schub durch die über den Erwartungen liegenden Halbjahreszahlen des Unternehmens (Seite 12). Inzwischen rentiert die Anleihe noch mit 9,55 Prozent. Trotzdem sieht Wolfgang Flügel, Analyst für Unternehmensanleihen bei der Fondsgesellschaft Deka Investment für die Anleihe noch Kurspotenzial, auch deshalb, weil sie sich die Gildemeister- Anleihe schlechter entwickelt hat als ein vergleichbares Papier des Anlagenherstellers Dürr.

Die hohe Rendite der Gildemeis- ter-Anleihe hat aber ihren Preis. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s stufen die Kreditwürdigkeit der Bielefelder als schwach ein. Die Anleihe bewerten die Agenturen noch schlechter als Gildemeister selbst, weil sie nachrangig ist, das heißt: Wenn Gildemeister in Zahlungsschwierigkeiten kommt, werden zunächst andere Verbindlichkeiten wie Bankkredite oder Pensionsverpflichtungen bedient. S&P stuft die Anleihe der Bielefelder mit der Note „B-“ ein, Moody’s mit „B2“ und damit eine Stufe besser als S&P. Beide Ratings stehen für eine sehr spekulative Investition. Anleihen mit einem Rating innerhalb der Spekulationsklasse werden häufig als Junkbonds (Schrottanleihen) bezeichnet. Viele Anleihen mit einem Rating im Bereich Einfach-B stammen aber nicht von börsennotierten Unternehmen. „Durch Notierung im S-Dax ist die Transparenz von Gildemeister recht hoch“, hebt Flügel hervor.

Seite 1:

Gildemeister eignet sich nur für risikofreudige Investoren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%