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Aufbrechen der Währungsunion unwahrscheinlich - Citigroup

Ein Aufbrechen der europäischen Währungsunion hält die Citigroup für unwahrscheinlich.

dpa-afx LONDON. Ein Aufbrechen der europäischen Währungsunion hält die Citigroup für unwahrscheinlich. Ein Austritt, wie er zuletzt in einigen Ländern diskutiert wurde, hätte erhebliche politische, wirtschaftliche und finanzielle Kosten zur Folge, schreibt Citigroup-Volkswirt José Luis Alzola in einer am Freitag in London veröffentlichten Studie. Mögliche Vorteile durch flexible Wechselkurse seien hingegen unsicher.

Die in den vergangenen Jahren gestiegene wirtschaftliche Abhängigkeit durch höhere Spezialisierung und höhere Investitionsströme innerhalb der Eurozone würden durch flexible Wechselkurse gefährdet, schreibt Alzola. Kaum ein Land könne auf eine erfolgreiche Wechselkurspolitik in den 80er und 90er Jahren zurückblicken. Es sei vielmehr immer schwieriger geworden, angesichts der Liberalisierung der Finanzmärkte eine unabhängige Geldpolitik zu betreiben.

Rechtliche HÜRden

Zudem sei ein Austritt rechtlich äußerst schwierig und dürfte zu heftigen politischen Verwerfungen führen, die auch den Zugang zum europäischen Binnenmarkt gefährden könnten, schreibt Alzola.

So berge ein Austritt eines Landes wie Italien erhebliche Risiken. Die italienische Regierung müsste wesentlich höhere Risikoprämien auf ihre Schulden bezahlen. Die Finanzierungskosten für Italien dürften erheblich steigen. Die Möglichkeit die eigene Währung abzuwerten habe in den vergangenen drei Jahrzehnten lediglich kurzfristig zu einem höheren Wirtschaftswachstum geführt. Eine höhere Inflationrate habe den realen effektiven Wechselkurs immer wieder auf sein ursprüngliches Niveau zurückgebracht.

HÖHeres EZB-Inflationsziel MÖGlich Für Staaten mit geringerer Verschuldung und niedrigem Wachstum wie Deutschland und die Niederlanden sei ein Austritt zwar eher möglich, schreibt Alzola. Ein Grund könnte sein, dass man der Deflation nicht zu nahe kommen wolle. Hier habe aber die EZB durch ein etwas höheres Inflationsziel gegenzusteuern. Alle anderen Nachteile eines Austritts gelten aber auch hier. Die Anpassungskosten dieser Länder an den weltweiten Wettbewerb wären aber außerhalb der Eurozone höher als innerhalb der Währungsunion.

Die Citigroup äußerte sich zudem zuversichtlich über die weitere Zukunft der wirtschaftlichen Integration in der Eurozone. Die Ablehnung der EU-Verfassung könne zwar die politische Integration verlangsamen. Wirtschaftlich gesehen sei aber ein intensiver wirtschaftlicher Wettbewerb zwischen den Staaten sinnvoller, als ein rascher Prozess politischer Integration.

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