Aufstieg vom Open Market
Erster Brennstoffzellen-Hersteller drängt an die Börse

Der Brennstoffzellen-Entwickler Smart Fuel Cell (SFC) wird bald im Prime Standard gelistet sein. Der Börsengang gilt als hochspannend. Schließlich ist SFC eines der wenigen Unternehmen in der noch jungen Branche, die bereits Produkte anbieten. Namhafte Fonds sind bereits eingestiegen.

scc FRANKFURT. Mit der Smart Fuel Cell AG (SFC) aus der Nähe von München dürfte in Kürze die erste Brennstoffzellen-Aktie im Prime Standard, dem Premium-Segment der Deutschen Börse, gelistet sein. SFC schrieb im vergangenen Jahr zwar einen Umsatz von gerade mal 7,5 Mill. Euro und machte dabei Verluste. Am Kapitalmarkt gilt der Börsengang jedoch als hochspannend.

Die im Jahr 2000 gegründete SFC ist eines der wenigen Unternehmen in der noch jungen Branche, das aus der Konzeptphase heraus ist und bereits Produkte anbietet. Die Brennstoffzellen kommen in Wohnmobilen und Sportbooten ebenso zum Einsatz wie in Wetterstationen oder im militärischen Bereich. Als Brennstoff wird dabei anders als bei weitaus häufiger verbreiteten Formen der Brennstoffzelle nicht Wasserstoff, sondern Methanol eingesetzt. „Durch eine Tankpatrone mit zehn Litern kann der Energiebedarf eines Reisemobils für zwei Wochen gedeckt werden“, sagt SFC-Vorstandschef Peter Podesser. Im ersten Quartal hat SFC etwa 1 000 seiner Produkte zum Preis zwischen 2 000 und 3 600 Euro verkauft.

Das Thema Brennstoffzelle fasziniert seit Jahren Wissenschaft und Kapitalmärkte gleichermaßen. Forscher wie der amerikanische Vordenker Jeremy Rifkin, der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in Energiefragen berät, spricht bereits von der dritten industriellen Revolution, nach Kohle und Wasserdampf im 19. Jahrhundert sowie Öl und Verbrennungsmotoren im 20. Jahrhundert. Branchenführer und Vorzeigeunternehmen am Kapitalmarkt ist bisher die kanadische Ballard Power. Deren Kurs ist nichts für Anleger mit schwachen Nerven, zu schwach sind die Bilanzzahlen und zu groß die Kursausschläge.

SFC-Chef Podesser, der sein Unternehmen weltweit als Nummer vier der Branche bezeichnet, verspricht bereits für das kommende Jahr Gewinne. Als Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sei das aus heutiger Sicht machbar, sagt er.

Einen Börsengang im herkömmlichen Sinne wird es bei SFC allerdings nicht geben. Die Aktie ist schon im Freiverkehrssegment Open Market gelistet. Nachdem der US-Chemieriese Dupont im Jahr 2003 bei der ersten Finanzierungsrunde eingestiegen ist, teilten sich die zweite Runde im letzten Jahr die Fondsgrößen DWS, Dit, Fidelity, Swisscanto und Lupus Alpha. Die drängten auf einen handelbaren Kurs.

Zum geplanten Aufstieg in den Prime Standard wird es eine weitere Finanzierungsrunde geben. Rund die Hälfte der angebotenen Aktien soll allerdings aus den Beständen der Altaktionäre kommen, hieß es in Finanzkreisen. Die begleitenden Banken sind noch nicht bekannt.

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