Ausblick 2006
Experten erwarten viele Börsengänge

HB FRANKFURT. Die Zahl der Börsengänge wird in Deutschland nach Einschätzung von Experten 2006 im dritten Jahr in Folge steigen. Bei einer positiven Entwicklung des Gesamtmarktes werden bis zu 40 Debütanten erwartet, davon bis zu 30 im Prime Standard. Die meisten Unternehmen dürften dabei aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Chemie und Technologie stammen. "Es werden viele kleine Unternehmen an die Börse kommen, ein richtiger Eisbrecher wie im vergangen Jahr die Deutsche Postbank ist jedoch nicht zu erwarten", sagte ein Aktienhändler. "Die Deutschen Bahn etwa läßt noch auf sich warten."

Die tatsächliche Anzahl der Börsengänge hängt nach Ansicht von Händlern wesentlich von der Entwicklung des Aktienmarktes ab. "Wenn die Börse sich in den ersten drei Monaten gut entwickelt, dürfte auch die Stimmung für die Börsengänge gut sein. Sollte der Aktienmarkt jedoch nachgeben, werden sicherlich einige Unternehmen ihren Börsengang verschieben", sagte ein Händler, der auch eine baldige Euphorie unter den Anlegern für möglich hält: "Wenn der Markt weiter nach oben läuft, werden Neuemmissionen wieder blind gezeichnet", sagte er. "Dann will jeder dabei sein".

Aktienhändler Stefan Chmielewski von Lang & Schwarz ist ebenfalls optimistisch und rechnet im kommenden Jahr mit insgesamt 40 bis 50 Börsengängen, von denen etwa 25 bis 30 Unternehmen als Neuzugänge in den Prime Standard aufgenommen werden könnten. "Wenn der Markt gut läuft, könnte ich mir vorstellen, dass auch ein paar größere und interessante Unternehmen wie Wacker Chemie, Kabel Deutschland oder Cognis am Start sind", sagte Chmielewski. Allerdings gebe es auch ein paar "Wackelkanditaten", die den Plan für den Börsengang "ganz schnell wieder in der Schublade verschwinden lassen" würden, wenn das Klima an der Börse nicht entsprechend günstig sei. Neben dem Volumen der Emmission sei eine "spannende Story" entscheidend über den Erfolg eines Börsengangs.

Auch Jörg Seidel, bei Dresdner Kleinwort Wasserstein zuständig für Börsengänge in Deutschland, erwartet eine positive Entwicklung bei Anzahl und Volumen der Börsengänge. "Auch wenn der Dax sich lediglich seitwärts entwickeln sollte, werden wieder deutlich mehr Unternehmen als in den vergangenen Jahren den Gang an die Börse wagen", sagte der Experte. "Wir rechnen 2006 insgesamt mit drei bis vier größeren Börsengängen, bei denen das Emissionsvolumen mindestens 800 Mill. Euro beträgt."

Insgesamt sagt der DrKW-Experte 20 bis 25 Neuzugänge im Prime Standard voraus, dabei dürfte die Mehrzahl der Börsengänge ein Volumen von 100 bis 400 Mill. Euro erzielen. "Die Anleger werden auch 2006 wieder nach attraktiven Investitionsmöglichkeiten suchen", sagte Seidel, der in vielen Branchen "sehr gut positionierte Unternehmen" sieht. Besonderes Augenmerk werden die Investoren nach übereinstimmender Ansicht Seidels und anderer Experten auf die Branchen Technologie, Erneuerbare Energien und Chemie richten.

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