Ausblick auf die US-Börsen
Strategen erwarten höhere Kurse an der Wall Street

Analysten glauben, dass die US-Unternehmen und dabei vor allem die Technologiefirmen ihre Gewinne steigern können. In dieser Woche geben Adobe Systems und Oracle ihre Quartalszahlen bekannt.

HB NEW YORK Zwar beginne die Berichtsperiode für das dritte Quartal erst im Oktober, doch werden den Strategen zufolge schon in dieser Woche weitere Firmen Hinweise auf die Ertragsentwicklung der amerikanischen Unternehmen und vor allem des Technologiesektors liefern.

So wollten die Software-Konzerne Adobe Systems am Mittwoch und Oracle am Freitag ihre Quartalszahlen vorlegen. Zudem wolle der weltweit zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefon-Chips, Texas Instruments, am Dienstag seine Finanzprognose zur Quartalsmitte aktualisieren. Bereits am vergangenen Donnerstag habe der weltgrößte Chiphersteller Intel den Investoren ein Signal für den Beginn einer Erholung der Chipbranche geliefert, die seit drei Jahren unter der rückläufigen Nachfrage der Technologiebranche leidet. Intel hatte die Spanne seiner Umsatzprognose für das dritte Quartal auf 7,6 Mrd. bis 7,8 Mrd. Dollar verengt und damit das untere Ende seiner früheren Voraussage angehoben. „Der Intel-Bericht wird vermutlich die Richtung angeben“, sagte Hugh Johnson von der First Albany Corp.

Für das dritte Quartal erwartet die Wall Street auf Basis der im S&P-500-Index gelisteten Unternehmen eine Steigerung der Gewinne um 14,6 Prozent und von 21,4 Prozent im vierten Vierteljahr. Im zweiten Jahresviertel hatten die US-Unternehmen ihre Gewinne um 9,6 Prozent ausgeweitet.

Dennoch warnten die Strategen, die US-Aktienbörsen blieben weiterhin anfällig für jedes Anzeichen dafür, dass die konjunkturelle Erholung doch schwächer ausfallen könnte als bisher angenommen. Zwar habe eine Reihe positiver Wirtschaftsdaten in den vergangenen Wochen den Börsen zu weiteren Kursgewinnen verholfen, doch hätten die Kursverluste in Reaktion auf den enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht am Freitag gezeigt, wie verwundbar der Markt ist. Die Stellenzahl außerhalb der Landwirtschaft verringerte sich im vergangenen Monat um 93 000. Analysten hatten demgegenüber im Schnitt mit einem Zuwachs von 12 000 Stellen gerechnet. „Der Arbeitsmarktbericht war Besorgnis erregend, aber wir sollten nie vergessen, dass die Investoren sich auf Gewinne und nicht auf Beschäftigungszahlen konzentrieren“, sagte Johnson.

Der Standardwerte-Index Dow Jones verließ den Markt am Freitag 0,88 Prozent niedriger mit 9503,34 Punkten. Der breiter gefasste Standard&Poor's-500-Index fiel 0,64 Prozent auf 1021,36 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag dagegen nur 0,58 Prozent tiefer auf 1858,12 Zählern. Dennoch haben alle drei führenden US-Börsen-Indizes seit März dieses Jahres kräftig zugelegt: Der Dow-Jones gewann 26 Prozent, der S&P 500 nahezu 28 Prozent und der Nasdaq-Index sogar 46 Prozent.

Das Schwergewicht der Veröffentlichung neuer Konjunkturdaten, die dem Markt weitere Indizien zur Entwicklung der US-Wirtschaft liefern werden, liegt den Strategen zufolge am kommenden Freitag. Dann werde das US-Handelsministerium die Einzelhandelsumsätze im August und das US-Arbeitsministerium den Index der US-Erzeugerpreise auf Großhandelsbasis veröffentlichen. Bereits am Montag werden die vorläufigen Daten der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen im September erwartet. Volkswirte rechnen mit einem Anstieg des entsprechenden Index auf 90 von zuvor 89,3 Punkten. Analysten messen dem Index des Verbrauchervertrauens als Indikator für das Konsumverhalten der Amerikaner besonderes Gewicht bei. Immerhin entfallen zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft auf die Ausgaben der Verbraucher.

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