Ausblick
IPO-Markt wird auch 2011 dümpeln

Das Geschäft mit Börsengängen hat 2010 die Erwartungen verfehlt. Und auch für das kommende Jahr sieht es nach einer Studie von Ernst & Young nicht viel besser aus. Bis zu 20 Firmen könnten den Sprung aufs Parkett wagen, schätzt die Beraterfirma. Viele Unternehmen zögen aber andere Finanzierungsquellen vor.
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HB FRANKFURT. Viele Börsenaspiranten werden einer Studie zufolge auch 2011 nicht den Sprung an den Aktienmarkt wagen. "Insbesondere viele erfolgreiche private mittelständische Unternehmen bedienen sich immer häufiger alternativer Finanzierungsquellen", sagte Michael Oppermann von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young am Mittwoch. Schon in diesem Jahr hätten sich die optimistischen Prognosen zur Zahl der Initial Public Offerings (IPO) nicht erfüllt. "Von einem IPO-Boom ist hierzulande wenig zu spüren."

Es habe wegen der Schuldenkrise in Europa Planungssicherheit gefehlt, zudem lägen die Preisvorstellungen von Geldanlegern und Kapital suchenden Firmen weiterhin zu weit auseinander. "Die Unternehmen sind vielfach nicht bereit, die erheblichen Zugeständnisse zu machen, die die Investoren fordern", erklärte Oppermann.

Zudem wird so mancher Börsenkandidat den Anlegern vor der Nase weggeschnappt. Es gebe immer mehr Wettbewerb zwischen strategischen und Private Equity-Investoren um attraktive Unternehmen, berichtet Heinrich Lind von der Beratungsgesellschaft. "Das treibt die Preise und kann einen Börsengang aus Unternehmenssicht weniger attraktiv machen."

Ernst & Young rechnen damit, dass 2011 bis zu 20 neue Namen auf deutschen Kurszetteln auftauchen, wobei vor allem Firmen aus dem Besitz von Finanzinvestoren auf den Markt kommen dürften.

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Seit Januar sind 13 Unternehmen in Deutschland an die Börse gegangen - nach drei im Vorjahr, wie Ernst & Young aufzeigt. Nach einem starken Start ins Jahr hätten Beobachter allerdings mit deutlich mehr Börsengängen gerechnet, zumal sowohl weltweit als auch im europäischen Ausland deutlich mehr Unternehmen den Sprung aufs Parkett wagten als ein Jahr zuvor: Im Vergleich zum Gesamtjahr 2009 verdoppelte sich in den ersten elf Monaten des Jahres die Zahl der weltweit durchgeführten Börsengänge von 577 auf 1.199, das Emissionsvolumen stieg auf 255,3 (112,6) Milliarden Dollar.

Der weltweite IPO-Markt ist damit auf Rekordkurs, schlussfolgert Ernst & Young. Haupttreiber waren Schwellenländer, in denen fünf der zehn größten Börsengänge des Jahres 2010 stattfanden. Die US-Bilanz polierte der Rekord-Börsengang von General Motors auf. In Europa stieg die Zahl der IPOs auf 223 (2009: 61).

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