Ausgabepreis 40 Euro je Aktie
Gerresheimer bleibt am unteren Ende der Preisspanne

Der Pharmazulieferer Gerresheimer hat den Ausgabepreis für seine Aktien festgelegt. Der Verpackungshersteller will Anfang nächster Woche an die Börse gehen. Das Emissionsvolumen beträgt bis zu rund eine Milliarde Euro.

HB FRANKFURT. Gerresheimer gibt seine Aktien zu 40 Euro aus. Der Ausgabepreis liegt damit in der unteren Hälfte der von 37 bis 45 Euro reichenden Preisspanne.

Insgesamt seien 25,3 Mill. Aktien angeboten worden, teilte Gerresheimer am Freitag mit. Das Emissionsvolumen liegt einschließlich der Annahme, dass die Mehrzuteilungsoption voll ausgeübt wird, bei rund einer Milliarde Euro. Davon sollen der Gesellschaft brutto etwa 456 Mill. Euro zufließen. Damit übertrumpft der im Besitz des Finanzinvestors Blackstone befindliche Pharma-Zulieferer den bislang größten Börsengang des Jahres von Versatel im April deutlich. Mit dem Großmotorenbauer Tognum steht vor der Sommerpause aber bereits ein weiterer Kandidat vor dem Sprung auf das Börsenparkett, dem Experten ein Volumen von mehr als zwei Mrd. Euro zutrauen.

Das Angebot bei Gerresheimer bestand aus 11,4 Mill. Aktien aus einer Kapitalerhöhung, 10,6 Mill. Aktien aus dem Eigentum des Altaktionärs sowie weiteren 3,3 Mill. Aktien aus einer den Konsortialbanken gewährten Mehrzuteilungsoption. Bei vollständiger Ausübung der Option liege der Streubesitz bei 80,6 Prozent, teilte das Unternehmen mit.

Angesichts der jüngsten Kursverluste am Aktienmarkt ist das Klima für Börsenaspiranten rauer geworden. Der Dax hat seit seinem Sieben-Jahres-Hoch zu Wochenbeginn bei 8010 Zählern rund fünf Prozent verloren. Börsianer sprechen von einer längst überfälligen Korrektur nach dem wochenlangen Höhenflug. Diese kommt für Gerresheimer denkbar ungelegen, steht das Debüt im stark regulierten Prime Standard doch für Montag auf dem Programm. Angesichts des Streubesitzes halten Experten eine spätere Aufnahme des Traditionsunternehmens in den Nebenwerteindex MDax für realistisch.

Mit den Gerresheimer zukommenden Geldern aus der Aktienemission will Vorstandschef Axel Herberg die im Zuge der Übernahme durch Finanzinvestoren auf 860 Mill. Euro gewachsene Schuldenlast abbauen. Dadurch will der Manager Spielraum für etwaige Zukäufe schaffen.

Die bis 2003 schon einmal an der Börse gelistete Gerresheimer sieht sich inzwischen als einer der weltweit führenden Produzenten von Glas- und Kunststoffverpackungen für die Pharmaindustrie. Mit Arzneimittelfläschchen, Inhalatoren oder Einwegspritzen setzte die 9000 Mitarbeiter starke Gesellschaft 2006 pro forma rund 890 Mill. Euro um, wovon 247 Mill. Euro auf die kürzlich erworbene Wilden AG entfielen. Finanzchef Hans-Jürgen Wiecha stellte für das laufende Geschäftsjahr das Erreichen der Gewinnschwelle in Aussicht, nach einem Nettoverlust von zuletzt etwa 50 Mill. Euro.

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