Ausgabepreis liegt nicht ganz am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne
MTU-Aero-Aktien kosten 21 Euro

Die Aktien des Triebwerkshersteller MTU Aero Engines sollen zu je 21 Euro an die Börse gebracht werden.

HB MÜNCHEN. Damit liegt der Ausgabepreis nicht ganz am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne von 19 bis 22 Euro. 83 Prozent der angebotenen Aktien gingen an institutionelle Investoren, 17 Prozent an Privatanleger, teilte MTU am Freitagabend mit. Dem Unternehmen fließen aus der Kapitalerhöhung netto 304 Millionen Euro zu. Weitere Details will MTU am Sonntag bekannt geben. Den Ausgabepreis hatte Reuters zuvor bereits aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen erfahren. Die Erstnotiz der Papiere ist für Montag vorgesehen.

MTU wäre der vierte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr und nach dem Bezahlfernsehsender Premiere der zweitgrößte. Das Münchener Unternehmen, das an der Börse mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet wird, gilt als Kandidat für eine Mitgliedschaft im Nebenwerteindex MDax. Das Emissionskonsortium führen Goldman Sachs, die Deutsche Bank und UBS an.

MTU fließen über die im Zuge einer Kapitalerhöhung ausgegebenen 15 Millionen neuen Aktien netto rund 304 Millionen Euro aus dem Börsengang zu. Die Gelder will Vorstandschef Udo Stark zum Abbau der restlichen Schulden von 620 Millionen Euro verwenden, die durch die Finanzierung der Übernahme durch Kohlberg Kravis Roberts (KKR) kräftig angestiegen waren. Großaktionär KKR, der MTU Ende 2003 für 1,45 Milliarden Euro von Daimler-Chrysler gekauft hatte, gibt im Zuge des Börsengangs bis zu 20,65 Millionen Aktien ab. Damit reduziert der US-Finanzinvestor seinen Anteil auf bis zu 29,3 Prozent von derzeit 92 Prozent. Nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption werden sich fast zwei Drittel der Aktien im Streubesitz befinden.

Mit der eher am unteren Rand der Erwartungen gewählten Preisspanne versuchte MTU das Risiko beim Börsengang von vornherein zu minimieren. „Die Festlegung der Preisspanne ist mit Augenmaß erfolgt“, hatte Stark gesagt. Im außerbörslichen Handel stießen in Titel auf hohe Nachfrage und wurden zeitweise bei über 24 Euro gehandelt. In den vergangenen Tagen gerieten die Papiere aber etwas unter Druck. Am Freitag wurden die Kurse bei Lang & Schwarz mit 21,80 bis 22,20 Euro gestellt. „Es hatte sich in den letzten Tagen angedeutet, dass der Ausgabepreis wohl etwas unter 22 Euro liegen wird“, sagte Thorsten Peiffer, Händler bei Lang & Schwarz. „Mit 21 Euro ist MTU fair bewertet. Das lässt Luft für Zeichnungsgewinne.“

MTU stellt Triebwerksteile für zivile Flugzeuge und Triebwerke für Militärmaschinen her. Drittes Standbein ist die Wartung und Instandhaltung der Triebwerke, die als besonders gewinnträchtig gilt. Das Wartungsgeschäft soll den Umsatzanteil in den nächsten zwei bis drei Jahren auf 40 von zuletzt 28 Prozent ausbauen. 2004 setzte MTU mit rund 7400 Mitarbeitern knapp zwei Milliarden Euro um und erzielte einen Betriebsgewinn von 247 Millionen Euro. „Wir erwarten für 2005 eine gute Steigerung beim Umsatz wie auch beim Ergebnis“, hatte Stark angekündigt. Zudem stellte der Vorstandschef für das laufende Jahr eine Dividende in Aussicht. Diese könnte sich nach Einschätzung von Experten auf etwa 70 Cent je Aktie belaufen.

Als ein Risiko für die Entwicklung von MTU sehen Experten die große Abhängigkeit von wichtigen Kooperationspartnern wie General Electric oder der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney. Der Markt für Triebwerksmodule und -teile gilt als wettbewerbsintensiv. Auch der schwankende Dollar könnte das Geschäftsergebnis von MTU stark beeinflussen.

MTU gilt als Kandidat für den MDax. Zuletzt waren im März der Bezahlsenders Premiere und der Solaranlagenanbieter Conergy an der Börse gestartet.

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