Außerordentliche Hauptversammlung entscheidet über Änderung der Stimmrechte
Großaktionär Wallenberg verliert Einfluss bei Ericsson

Die Machtverhältnisse beim weltgrößten Hersteller von Mobilfunknetzen, dem schwedischen Konzern Ericsson, werden sich heute voraussichtlich deutlich verschieben: Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung dürften nach jahrelangem Gerangel auch die Hauptaktionäre einer Veränderung der bisherigen Stimmrechtsunterschiede zustimmen.

STOCKHOLM. Während der Besitzer einer A-Aktie von Ericsson weiterhin eine Stimme hat, erhöht sich das Gewicht bei B-Aktien von derzeit einer Tausendstel Stimme auf eine Zehntel Stimme. Für den Kleinanleger ist die Lösung dieser lange umstrittenen Frage positiv, da die Unsicherheit über die künftigen Eignerverhältnisse geklärt wird.

„Es ist gut, dass die Frage endlich gelöst wird“, sagt Telekom-Analyst Håkan Wranne vom Stockholmer Börsenmakler Fischer Partners. Er glaubt allerdings nicht, dass die Einigung kurzfristig einen großen Einfluss auf den Kurs der Ericsson-Aktie haben wird. „Das ist schon mit eingepreist“, so Wranne. Dennoch ist er überzeugt, dass die nun gefundene Lösung gut für alle Ericsson-Aktionäre ist, „da jetzt alle wissen, wie das Eignerbild bei Ericsson aussieht“.

Analystin Helena Nordman- Knutsson vom Maklerhaus Öhman in Stockholm rechnet allerdings damit, dass die Diskussion über Stimmrechtsunterschiede mit der heutigen Änderung bei Ericsson nicht beendet sein wird. „Wir haben noch nicht das Prinzip eine Aktie – eine Stimme“, sagt sie. Ähnlich äußerte sich gestern der Verband der schwedischen Kleinaktionäre. „Ein Schritt in die richtige Richtung“, so ein Sprecher.

Mit der Einigung ist ein jahrelanger Konflikt gelöst worden: In Schweden gibt es wie auch in mehreren anderen Ländern seit langem Aktien mit unterschiedlichen Stimmrechten. Über die stimmrechtstarken A-Aktien kontrolliert Investor, die Holding der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg, eine Vielzahl schwedischer Konzerne, obwohl sie nur einen sehr begrenzten Kapitalanteil an den Unternehmen halten. Bei Ericsson kam Investor bisher auf einen Stimmrechtsanteil von knapp über 40 Prozent, obwohl der Kapitalanteil bei nur etwas über vier Prozent lag. Beim zweiten Ericsson-Großaktionär, der schwedischen Investmentgesellschaft Industrivärlden, ist es ähnlich. Beide Aktionäre besitzen zusammen bis heute 81 Prozent der Stimmrechte bei einem Kapitalanteil von nur neun Prozent.

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