Aussicht auf Strategieschwenk
Telecom Italia legt zu

Medienberichte, die einen nahenden Rücktritt von Franco Bernabe melden, beleben die Aktien der italienischen Telekom. Die Kursgewinne hat die Telecom Italia bitter nötig: Seit Monaten verliert sie an Wert.
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FrankfurtDie Aussicht auf einen Strategieschwenk gefällt Anlegern der Telecom Italia. In Reaktion auf Meldungen, wonach Chairman Franco Bernabe zurücktreten könnte, stiegen die Aktien am Montag um drei Prozent und waren damit der einzig große Gewinner an der Mailänder Börse. „Die Aktien steigen, weil mit Bernabes Ausscheiden eine Kapitalerhöhung weniger wahrscheinlich würde”, sagte ein Händler in Mailand.

Bernabe könnte sich schon am Donnerstag auf einer Sitzung des Verwaltungsrats zurückziehen, sollten seine Vorstellungen zur Neuaufstellung des hoch verschuldeten Konzerns nicht genügend Unterstützung erhalten, hatte Reuters von einer mit der Situation vertrauten Person erfahren. Telecom Italia lehnte eine Stellungnahme ab.

Bernabe setzt sich für eine Kapitalerhöhung ein, um eine Herabstufung des Konzerns auf Ramschniveau zu verhindern. Intern stößt sein Plan allerdings auf Widerstand, da Kerninvestoren kein neues Geld geben wollen. Bernabe hat sich zudem gegen Pläne von Großaktionär Telefonica ausgesprochen, Tafelsilber zu veräußern.

Der spanische Konzern lässt sich von dem Widerstand allerdings nicht beeindrucken und hat in der vergangenen Woche mit drei weiteren Investoren der Telecom Italia einen Deal ausgehandelt, um seinen Einfluss noch auszubauen. Unter Investoren sorgte dies für Spekulationen, wonach die Spanier die Italiener komplett übernehmen könnten.

Seit die Telecom Italia Ende Mai die Ausgliederung ihres Festnetzgeschäfts beschlossen hat, um finanziell etwas Spielraum zu gewinnen, haben die Aktien rund acht Prozent verloren. Die Titel der spanischen Telefonica hielten sich am Montag in einem schwachen Gesamtmarkt mit einem Minus von 0,4 Prozent vergleichsweise wacker.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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