Autozulieferer
Delphi plant Börsengang im dritten Quartal

Der US-Autozulieferer Delphi treibt seine Börsenpläne voran. Konsortialführer könnten Kreisen zufolge JP Morgan und Goldman werden. Für die verbliebenen Eigner dürfte der Börsengang ein großer Zahltag werden.
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New York

Vor zwei Jahren kämpfte Delphi sich mühsam aus der Insolvenz, jetzt drängt der einst größte US-Autozulieferer wieder ins Rampenlicht. Kreisen zufolge arbeitet das Management mit Hochdruck an einem Börsengang im dritten Quartal. Als Konsortialführer habe die frühere General-Motors-Tochter die US-Großbanken JP Morgan und Goldman Sachs ausgewählt, sagten sechs mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Wie viele Anteile platziert werden, sei zwar noch offen. Das IPO dürfte aber mindestens ein Volumen von einer Milliarde Dollar haben, sagte einer der Insider. Ingesamt könnte der Konkurrent von Bosch und Continental mit mehr als zehn Milliarden Dollar bewertet werden.

Auch die Deutsche Bank, Barclays Capital, Citigroup und die Bank of America sollen Delphi auf dem Weg an die Börse begleiten. Keines der Unternehmen wollte sich zur Sache äußern. Über ein IPO von Delphi wird schon länger gemunkelt. Ein Sprecher des Zulieferers erklärte auf Nachfrage lediglich, Zeitpunkt und die Wahrscheinlichkeit eines Börsenganges bestimmten letztlich das Management und der Markt.

Delphi wurde 1999 von GM abgespalten und musste 2005 Gläubigerschutz anmelden. Nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens Ende 2009 übernahm eine Gruppe Finanzinvestoren um Silver Point Capital und Elliott Management das umgebaute Unternehmen. Im März stieß GM - der sanierte Autobauer schaffte inzwischen selbst die Rückkehr an die Börse - seine letzten Anteile an Delphi ab.

Großer Zahltag

Für die verbliebenen Delphi-Eigner dürfte der Börsengang nun ein großer Zahltag werden. Der Zulieferer hat seine Kosten gedrückt, die Produktpalette verschlankt und sich deutlich unabhängiger vom einstigen Großkunden GM gemacht. Der Aufschwung auf dem lange Zeit gebeutelten US-Automarkt verhalf Delphi im vergangenen Jahr zu einem operativen Gewinn (Ebitda) von 1,36 Milliarden Dollar bei Umsätzen von 13,8 Milliarden. Branchenkenner trauen dem Unternehmen zu, 2012 beim Ergebnis die Zwei-Milliarden-Dollar-Grenze zu knacken.

Den Kreisen zufolge dürfte Delphi den IPO-Antrag in den kommenden Wochen bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen. Zudem arbeite der Konzern derzeit daran, sich von den Banken eine Kreditlinie über 1,25 Milliarden Dollar als Liquiditätspuffer zu sichern, sagten drei der Insider. Bislang hatte JP Morgan 500 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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