Autozulieferer
TMD Friction treibt Vorbereitungen für Börsengang voran

Der Autozulieferer TMD Friction hat die Investmentbank UBS beauftragt, die Chancen eines baldigen Börsengangs auszuloten. Trotz dieser Pläne zeigt der Finanzinvestor Pamplona Interesse an einem Verkauf.
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New York/FrankfurtDer vor zwei Jahren der Insolvenz entronnene deutsche Autozulieferer TMD Friction treibt Kreisen zufolge seine Vorbereitungen für einen Börsengang im Herbst voran. Der Bremsbeläge-Hersteller aus Leverkusen hat die Schweizer Investmentbank UBS damit beauftragt, die Chancen für einen solchen Schritt in den nächsten Monaten konkret auszuloten, wie mehrere damit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag sagten.

Wenngleich die die Börsenpläne gegenwärtig im Vordergrund stünden, sei der Londoner Finanzinvestor Pamplona, der TMD Friction 2009 aus der Pleite gerettet hatte, weiterhin für einen strategischen Käufer offen. In Branchenkreisen wird der Firmenwert von TMD Friction auf eine Größenordnung von rund 600 Millionen Euro beziffert. Dies basiere auf einem erwarteten operativen Ergebnis (Ebitda) von etwa 90 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte es bei 71 Millionen Euro gelegen. Der Umsatz war 2010 um 20 Prozent auf 637 Millionen Euro geschnellt.

Als mögliche Interessenten kämen den Kreisen zufolge Branchenriesen wie Honeywell, Federal Mogul oder ITT in Frage, die selbst im Geschäft mit Bremsenteilen sind, sagten zwei Insider. Ob sie aber tatsächlich anbeißen, sei fraglich.

TMD Friction erklärte, es gebe angesichts eines florierenden Geschäfts keinen Zeitdruck. Vorstandschef Derek Whitworth hatte Reuters im März gesagt: "Operativ wären wir bereits reif für einen Verkauf. Aber Pamplona hat mit dem Ausstieg keine Eile." Einen weiteren Finanzinvestor als neuen Eigentümer schloss er aus - es wäre schon der vierte für TMD Friction. "Wenn uns ein strategischer Käufer über den Weg liefe, könnte es sehr schnell gehen", sagte Whitworth damals.

TMD Friction hat ein wechselvolles Jahrzehnt mit massiven Restrukturierungen hinter sich. Der Finanzinvestor Montagu hatte das Unternehmen 2006 angesichts einer zu hohen Schuldenlast an die Gläubiger abgeben müssen. Ende 2008 ging das TMD trotzdem in Insolvenz, ehe Pamplona frisches Geld in das Unternehmen pumpte. Im Mai 2010 hatte das Unternehmen mit gut 4500 Mitarbeitern eine Hochzins-Anleihe über 160 Millionen Euro begeben, mit der unter anderem ein Gesellschafterdarlehen zurückgezahlt wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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