Aktien
Axa Investment traut europäischen Aktien 2011 bis 15% Plus zu

Axa Investment Managers sieht für die Konjunktur weltweit "Licht am Ende des Tunnels" und traut den europäischen Aktienmärkten 2011 einen Anstieg um bis zu 15 Prozent zu.

dpa-afx FRANKFURT. Axa Investment Managers sieht für die Konjunktur weltweit "Licht am Ende des Tunnels" und traut den europäischen Aktienmärkten 2011 einen Anstieg um bis zu 15 Prozent zu. Der New Yorker S & P-500-Index sollte auf 1 300 Punkte zulegen, was gegenüber dem derzeitigen Niveau ein Plus von gut zehn Prozent wäre. "Im kommenden Jahr dürften die Unternehmensgewinne um weitere zehn bis 15 Prozent steigen", sagte Franz Wenzel, stellvertretender Direktor für die Investment-Strategie der Anlagegesellschaft, am Mittwoch in einem Pressegespräch in Frankfurt. Träger dieser Entwicklung seien diesmal nicht Restrukturierungen, sondern ein Volumenwachstum bei den Geschäftstätigkeiten.

Ungeachtet des jüngsten Kursanstiegs seien die Bewertungen für Aktien auch nicht teuer. Aus US-Staatsanleihen "werden wir uns hingegen langsam verabschieden", so der Experte weiter. Unternehmensanleihen seien zwar immer noch "vernünftig" bewertet. Doch "die Luft wird hier dünner", weil festverzinsliche Papiere einiger europäischer Länder wie Italien und Spanien höhere Renditen böten. Der Kursanstieg, den Wenzel Dax und Eurostoxx 50 zutraut, dürfte indes nicht linear verlaufen. Nach einem Höhepunkt zur Jahresmitte werde der Markt den Blick auf 2012 richten und die Gretchenfrage stellen, wann die Zinsen wieder stiegen. Das könnte die Notierungen vorübergehend belasten, bis zum Jahresende dieses Niveau wieder erreicht werde. Risiken für sein Szenario seien die europäischen Schuldenprobleme, ein wirkungsloses Verpuffen der expansiven US-Geldpolitik und ein Überdrehen der Zinsschraube durch die chinesische Regierung.

Die Inflation sollte nach Einschätzung des Axa-Strategen außer in den Schwellenländern "kein großes Thema" sein. Die daher dort zu erwartenden Zinserhöhungen seien aber kein Grund zur Sorge, sondern spiegelten die Stärke der dortigen Volkswirtschaften wider. In den USA und Europa müssten sich die Anleger frühestens im ersten Quartal 2012 auf teurere Kredite einstellen. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte ihre Zinsen zwar schon früher anheben. Angesichts der Verwerfungen innerhalb der Eurozone "wäre sie aber gut beraten, es nicht zu tun".

Wenzel begrüßte die wieder expansive Wirtschaftspolitik Chinas und die konjunkturelle Entwicklung in Europa. Allerdings gebe es ein "Euroland der drei Geschwindigkeiten". Einsam vorneweg marschiere Deutschland, dahinter folgten mit einigem Abstand Frankreich, die Benelux-Länder und Nordeuropa. Die südeuropäischen Länder dürften indes hinterher hinken, da sie nicht vom Exportboom profitierten und notwendige weitere Budgetkürzungen das Wachstum belasteten. Die europäische Schuldenkrise "wird uns noch mehrere Jahre beschäftigen", warnte der Experte.

"Die positive Überraschung schlechthin" sind für Wenzel die USA. Angesichts der jüngsten Daten zum Geschäftsklima scheine es der weltgrößten Volkswirtschaft etwas besser zu gehen als erwartet. Dennoch sei die weitere Lockerung der Geldpolitik nötig gewesen, da die Notenbank (Fed) sich laut ihrem Auftrag sowohl um die Inflations- als auch die Beschäftigungsentwicklung kümmern müsse. Die derzeitigen Preistrends zeigten, dass die Deflationsproblematik weiter ein Thema sei. Auch die Arbeitslosigkeit sinke nicht - hier rechnet der Experte frühestens ab Mitte 2011 mit einem Rückgang. Für eine fallende Arbeitslosenquote müssten aber monatlich 150 000 neue Stelle geschaffen werden.

Seine positiven Erwartungen für die Unternehmensgewinne begründete der Experte mit den hohen Kassenbeständen: "Die Unternehmen schwimmen in Cash - die Frage ist, wie es investiert wird." Neben Übernahmen zum Ausbau der eigenen Produktionskapazitäten und zur Nutzung von Größenvorteilen dürfte das Geld zunächst vor allem in lang aufgeschobene Ersatzinvestitionen fließen. Zu Wenzels Favoriten gehören neben Rohstoffaktien daher vor allem Titel aus der Investiotionsgüterindustrie, wo er "die deutschen Maschinenbauer ganz oben ansiedeln würde", sowie generell zyklische Papiere. Aus seinen Gewinnerwartungen ergebe sich für 2011 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von elf, was angesichts der expansiven Geldpolitik und der steigenden Firmengewinne durchaus positiv sei.

Derzeit finde eine globale "tektonische Verschiebung der Gewichte" statt. Noch hätten die entwickelten Staaten mit Blick auf die weltweite Wirtschaftsleistung insgesamt die Nase vorn, doch in drei bis vier Jahren sollten die Schwellenländer sie überflügeln. Der Experte glaubt zudem, "dass das Thema Währungskrieg in den Medien heißer gekocht als gegessen wird". Ein Abwertungswettlauf sei letztlich ein "weltweites Nullsummenspiel", das sich auch die USA mit Blick auf ihren Außenhandel nicht leisten könnten. Daher dürfte China dem Drängen der Amerikaner widerstehen und den Yuan nicht so schnell aufwerten. In größeren Problemen stecke Japan, da dessen Notenbank sich nicht allein gegen den starken Yen stemmen könne. Die derzeitigen Wirtschaftsdaten des Landes sähen zwar gut aus. Sie gingen aber vor allem auf wirtschaftspolitische Stimulierungsmaßnahmen zurück, die bald auslaufen dürften. Ein selbst tragender Aufschwung sei mangels Binnennachfrage nicht in Sicht.

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