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Bank of America fürchtet Zinserhöhungsdebatte bei EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Einschätzung der Bank of America ihren Leitzins bis Mitte 2005 nicht anheben. "Es ist allerdings zu befürchten, dass wir Ende des Jahres eine ernsthafte Zinserhöhungsdebatte in der Eurozone haben", sagte der Europa-Chefvolkswirt der US-Bank, Holger Schmieding, am Donnerstag der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt. "Es besteht die Gefahr, dass die Falken bei der Europäischen Zentralbank die Oberhand gewinnen und den Leitzins spätestens Anfang des kommenden Jahres um einen halben Prozentpunkt anheben." Die Wahrscheinlichkeit für dieses "Negativszenario" bezifferte Schmieding auf 20 bis 25 Prozent.

dpa-afx FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Einschätzung der Bank of America ihren Leitzins bis Mitte 2005 nicht anheben. "Es ist allerdings zu befürchten, dass wir Ende des Jahres eine ernsthafte Zinserhöhungsdebatte in der Eurozone haben", sagte der Europa-Chefvolkswirt der US-Bank, Holger Schmieding, am Donnerstag der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt. "Es besteht die Gefahr, dass die Falken bei der Europäischen Zentralbank die Oberhand gewinnen und den Leitzins spätestens Anfang des kommenden Jahres um einen halben Prozentpunkt anheben." Die Wahrscheinlichkeit für dieses "Negativszenario" bezifferte Schmieding auf 20 bis 25 Prozent.

Schmieding sieht angesichts der weiterhin niedrigen zugrunde liegenden Inflationsrate allerdings keinen Handlungsbedarf für einen Zinsschritt in der Eurozone. "Dies würde die ohnehin weiter vor sich hindümpelnde Binnennachfrage weiter schwächen", sagte er, "es gibt keinerlei Anzeichen für einen durch die Binnennachfrage getriebenen Inflationsdruck." Die Inflationsrate werde zwar in diesem Jahr erneut über der von der EZB angepeilten Marke von 2,0 Prozent liegen. Doch dies sei vor allem auf den hohen Ölpreis, Steuererhöhungen sowie höherer administrierter Preise zurückzuführen.

In den USA sieht Schmieding die Notenbank Fed "auf Kurs". "Den Währungshütern ist im Frühjahr klar geworden, dass die Notlage der US-Wirtschaft vorbei ist und damit auch die Zeit des historisch niedrigen Zinssatzes von einem Prozent." Er geht davon aus, dass die Fed ihren Leitzins bis Ende des Jahres um weitere 0,25 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent anhebt. Ende 2005 werde der US-Leitzins mit 3,5 Prozent seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen. Die US-Notenbank hatte den Leitzins am Dienstag wie von den meisten Experten erwartet von 1,50 auf 1,75 Prozent erhöht.

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