Bankaktien

„Deutsche Bank – unter zehn Euro gäbe es Panik“

Deutsche-Bank-Papiere auf Talfahrt, Commerzbank-Titel im Rekordtief, Frankreichs Société Générale Schlusslicht im heimischen Aktienindex, Italiens Geldinstitute kollektiv in der Krise: Aktionäre haben allen Grund zur Sorge.

Steht die Deutsche Bank vor unsicheren Zeiten?

FrankfurtDas Votum der Briten für den EU-Ausstieg und die Krise der italienischen Banken lassen die gesamte Finanzbranche in Europa erzittern. Am Mittwoch rutschten die Aktien vieler Geldhäuser auf neue Rekordtiefs. Auch wenn es am Tag danach wieder ruhiger an den Märkten ist, geben Experten noch längst keine Entwarnung. „Die Rahmenbedingungen am Aktienmarkt könnten sich noch eine Zeit lang als schwierig erweisen“, befürchtet Helaba-Analyst Christian Schmidt.

Selbst in den USA werden die Probleme in Europa kritisch beobachtet. Jeff Gundlach vom Hedgefonds Double-Line kritisiert: „Banken sterben und die Entscheidungsträger wissen nicht, was sie tun sollen“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters – unter anderem mit Blick auf die toskanische Krisenbank Monte dei Paschi. Insgesamt hat der Bankensektor in Italien Problemkredite in Höhe von 360 Milliarden Euro angehäuft.

Sorge bereitet dem renommierten Investor aber vor allem, dass auch die anderen europäischen Banken stark in Mitleidenschaft gezogen werden. „Spätestens wenn Deutsche Bank-Aktien in den einstelligen Bereich fallen, werden die Anleger Panik bekommen… und dann wird man sagen ‚Irgendjemand muss jetzt etwas tun‘.“

Am Mittwoch waren die Papiere von Deutschlands größtem Geldhaus auf bis zu 11,31 Euro gefallen. Auch am frühen Donnerstagnachmittag sah es mit rund 11,50 Euro wenig besser aus. Seit Jahresanfang hat sich der Wert der Aktie in etwa halbiert. Auch die Papiere der Commerzbank hatten zuletzt ein neues Rekordtief erreicht. Seit Jahresanfang sind die beiden Kreditinstitute die größten Verlierer im deutschen Leitindex Dax.

Ähnlich ist das Bild bei ihrem französischen Pendant: Die Geschäftsbank Société Générale trägt momentan die rote Laterne im CAC 40.

Auch die Schweizer Großbank Credit Suisse ist an der Börse unter die Räder gekommen. Zeitweise notierte die Aktie am Mittwoch unter zehn Franken. Für Credit Suisse und Deutsche Bank könnten die Kurseinbrüche dazu führen, bald aus wichtigen Indizes wie etwa dem Stoxx 50 der 50 größten europäischen Unternehmen zu fallen.

Diese Aktien brechen Rekorde – im Guten wie im Schlechten

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

+0,44 +2,87%
+15,76€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
1 von 29

Für die Deutsche Bank wurde das erste Halbjahr 2016 zu einem kurstechnischen Albtraum. Die Aktie rutschte von einem Tief ins nächste. Besonders stark nahm sie das Brexit-Votum mit. In dessen Folge rutschten die Papiere auf ein Rekordtief von 12,05 Euro. Damit war die Aktie der schlechteste Wert über alle Indizes (Dax, MDax, TechDax und SDax) hinweg.

Schlusskurs 30. Juni: 12,33 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -45,3 Prozent

GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005800601
Börse
L&S

+0,07 +0,51%
+13,27€
Chart von GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.
GFT Technologies
2 von 29

Für den im TecDax gelisteten Finanzsoftware-Spezialisten GFT war das erste Halbjahr ebenfalls kein Zuckerschlecken. Das Unternehmen geriet wegen der Übernahme einer brasilianischen Firma namens W.G. unter Druck.

Schlusskurs 30. Juni: 17,9 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -43,3 Prozent

BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005909006
Börse
L&S

-0,07 -0,17%
+39,71€
Chart von BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.
Bilfinger
3 von 29

Die Bilfinger-Aktie hatte bereits im vergangenen Jahr eine rasante Achterbahnfahrt hingelegt. Gewinnwarnung folgte auf Gewinnwarnung und auch die Halbjahresbilanz des Baukonzerns für 2016 fällt bescheiden aus.

Schlusskurs 30. Juni: 8,3 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -39,4 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,16 +1,18%
+13,51€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank
4 von 29

Im Zuge der jüngsten Börsenturbulenzen kam auch die Aktie der Commerzbank heftig unter Druck. Sie teilt ihr Schicksal mit vielen europäischen Banken.

Schlusskurs 30. Juni: 5,8 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -39,1 Prozent

FERRATUM OYJ REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
FI4000106299
Börse
L&S

+0,34 +1,18%
+29,28€
Chart von FERRATUM OYJ REGISTERED SHARES O.N.
Ferratum
5 von 29

Ins Straucheln geriet auch der finnische Kleinkredit-Anbieter Ferratum, der im Kleinwerteindex SDax gelistet ist. Zuletzt kündigte die Firma an, die Zinsen aufs Tagesgeld zu senken. Der Aktie tat das nicht gut. Seit Jahresbeginn verlor sie fast 40 Prozent.

Schlusskurs 30. Juni: 18,40 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -38,6 Prozent

SILTRONIC AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WAF3001
Börse
L&S

+2,88 +2,07%
+141,53€
Chart von SILTRONIC AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siltronic
6 von 29

Angesichts trüber Geschäftsaussichten haben viele Anleger beim Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic die Reißleine gezogen. Ende April reduzierte die Tochtergesellschaft von Wacker Chemie nach einem schwachen Jahresauftakt ihre Umsatzprognose für 2016.

Schlusskurs 30. Juni: 14,5 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -35,8 Prozent

MORPHOSYS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006632003
Börse
L&S

-1,05 -1,26%
+82,00€
Chart von MORPHOSYS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Morphosys
7 von 29

Hohe Forschungskosten haben das Ergebnis des Biotech-Unternehmens Morphosys gedrückt und der Aktie außerdem eine Kursziel-Herabstufung durch JP Morgan beschert. Allerdings gibt es seit Juni auch einen Lichtblick: Vielversprechende Testergebnisse eines Mittels gegen Blutkrebs haben die Aktie zuletzt angeschoben.

Schlusskurs 30. Juni: 37,3 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -35,3 Prozent

Experten sehen die Kursrückschläge eher nicht als Kaufchance an. Stattdessen raten sie Anlegern, bei Bankaktien auch weiterhin vorsichtig zu bleiben. Luca Paolini, Chef-Stratege bei Pictet Asset Management, betont, dass Finanzwerte jetzt zwar günstig aussehen. „Die Verschiebung der US-Leitzinserhöhung und Italiens Bankenkrise halten uns aber davon ab, stärker in den Sektor einzusteigen.“

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