Banken erwarten bei einem Sieg der Demokraten Kursverluste
Kerry kann Analysten nicht begeistern

Die Mehrheit der Finanzmarkt-Profis ist der Meinung, dass eine Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush am 2. November die Aktienmärkte beflügelt. Einen möglichen Sieg des demokratischen Herausforderers John F. Kerry betrachten die meisten Bankhäuser mit großer Sorge.

HB DÜSSELDORF. Das Gegenteil erwarten die deutschen Privatanleger. Sie sehen bei einem Sieg Kerrys langfristig größere Chancen auf steigende Kurse. Die Argumentation: Mögliche Steuersenkungen Bushs belasten den Haushalt, lassen die Zinsen steigen, und sind damit eine Gefahr für die Börsen.

Stellvertretend für viele Finanzhäuser geht Société Générale davon aus, dass die Wahl Kerrys den Aktienmarkt belastet. Während Bushs Strategie weitgehend auf dem System des freien Markts beruhe, steuere Kerry auf ein „quasi-staatliches“ Gesundheitssystem zu. Das Ertragspotenzial für private Gesundheitsorganisationen, Krankenversicherungen und Arzneimittelhersteller könnte dadurch sinken. „Weil der Gesundheitssektor 13 Prozent des S&P 500 ausmacht und auch bei anderen Aktienindizes eine große Rolle spielt, erwarten wir bei einer Wahl Kerrys mittel- und langfristig eine schwächere Performance an den US-Börsen“, sagen die Experten.

In einem „Bush-Depot“ der meisten Experten liegen deshalb Pharma-Aktien, aber auch Öl- und Tabakwerte, denen Bush traditionell freundlich gesinnt ist. Hingegen tauchen in einem „Kerry-Depot“ am häufigsten Aktien neuer Energien und von Dienstleistungsfirmen für die Bereiche Erziehung und Bildung auf. Fast alle Finanzhäuser haben entsprechende Branchen- und Aktiendepots für Demokraten und Republikaner entworfen. Wer vor vier Jahren beispielsweise auf Tabakwerte setzte, weil Bush die Wahl gewann, ist damit gut gefahren. Erwartungen, dass der Texaner die Industrie vor Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe in Schutz nimmt, haben sich bewahrheitet.

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