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Banken im Fokus - Händler: 'Spekulationen selten so konkret'

Erneute Spekulationen über eine baldige Fusion im deutschen Bankensektor haben die Finanztitel am Donnerstag zu einem wichtigen Gesprächsthema an der Börse gemacht. Händler verwiesen auf einen Pressebericht, wonach die Deutsche Bank weitere Zukäufe in Deutschland erwägt. Als mögliche Übernahmeziele werden Post- und Commerzbank genannt. Die Spekulationen um eine Übernahme seien "selten so konkret" gewesen, sagte ein Händler.

dpa-afx FRANKFURT. Erneute Spekulationen über eine baldige Fusion im deutschen Bankensektor haben die Finanztitel am Donnerstag zu einem wichtigen Gesprächsthema an der Börse gemacht. Händler verwiesen auf einen Pressebericht, wonach die Deutsche Bank weitere Zukäufe in Deutschland erwägt. Als mögliche Übernahmeziele werden Post- und Commerzbank genannt. Die Spekulationen um eine Übernahme seien "selten so konkret" gewesen, sagte ein Händler.

Bis 10.30 Uhr fielen die Aktien der Deutschen Bank um 0,02 % auf 59,60 €. Commerzbank-Papiere zählten dagegen mit plus 1,13 % auf 15,17 € hingegen zu den Spitzenreitern im Dax . Dieser gewann unterdessen 0,25 % auf 3 951,41 Zähler. Die Papiere der Postbank profitierten mit plus 1,99 % auf 31,21 € am deutlichsten von den Spekulationen.

"Bei der Deutschen Bank zeichnet sich ein Stimmungswandel ab", sagte ein Händler aus Frankfurt. "Die Bank scheint sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, der Widerstand der Investmentbanker gegen Zukäufe ist offenbar gebrochen". Da die Bank Maßnahmen einleiten müsse, "um zu wachsen und nicht selbst geschluckt zu werden", trete das traditionelle Bankgeschäft wieder in den Vordergrund: "Offenbar gewinnen die Traditionallisten an Stärke und die Bremsklötze haben an Macht verloren", sagte der Händler.

Analyst: 'Position Stärken, UM Dann ZU Wachsen'

Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland Pfalz hält eine baldige Übernahme der Commerzbank durch die Deutsche Bank dennoch für unwahrscheinlich. "Die Commerzbank wird sich nicht einfach übernehmen lassen", sagte Kayser. "Gegen eine Übernahme sprechen erhebliche Restrukturierungskosten - damit würde das ROE-Ziel der Deutschen Bank von 25 % vor Steuern definitiv verfehlt." Aus Sicht der Deutschen Bank sei ein Zukauf in Deutschland laut Kayser ein erster Schritt in Richtung internationaler Expansion, die angesichts der geringen Marktkapitalisierung gegenwärtig jedoch nicht zu realisieren sei. "Die logische Konsequenz für die Deutsche Bank wäre, erst einmal die eigene Position im Inland zu stärken um dann in ein einigen Jahren grenzüberschreitend zu wachsen", sagte Kayser.

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD/Donnerstagausgabe) erwägt die Deutsche Bank einen Zukauf in Deutschland. Die wichtigsten Investmentbanker der Deutschen Bank hätten ihren Widerstand gegen eine Übernahme auf dem deutschen Heimatmarkt aufgegeben. "Was wir jetzt tun werden, wird ein ergänzender Zukauf im deutschen Privatkundengeschäft sein. Darin sind sich alle einig", zitiert das Blatt einen hochrangigen Bankmanager.

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