Baubranche: Übernahmeofferte für Hochtief stößt an der Börse auf Skepsis

Baubranche
Übernahmeofferte für Hochtief stößt an der Börse auf Skepsis

Es geht um Milliarden, um Deutschlands bekanntesten Baukonzern, und es geht um den Präsidenten von Real Madrid. Dessen Unternehmen will den deutschen Konkurrenten Hochtief schlucken. Die Hochtief-Aktie schießt zeitweise nach oben, verliert dann aber deutlich an Boden. Ist das Angebot etwa nicht gut genug?
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HB FRANKFURT. Kräftig geht es zunächst nach oben für die Aktien von Hochtief. Um bis zu 10,5 Prozent auf 62,22 Euro; so hoch wie seit 13 Monaten nicht mehr. Der Grund dafür: der spanische Baukonzern Actividades de Construccion y Servicios (ACS), dessen Chef Florentino Pérez gleichzeitig Präsident von Real Madrid ist, will Hochief übernehmen. 30 Prozent hält ACS bereits am deutschen Konkurrenten, der Rest soll nun folgen.

Doch das Kursfeuerwerk währte nur kurz. Der Großaktionär ACS bestätigte zwar entsprechende Zeitungsberichte. Der Konzern prüft eine Komplettübernahme von Hochtief, will aber keinen Aufschlag zahlen. Bieten wollen die Spanier je acht eigene Aktien für fünf Hochtief-Anteilsscheine. Bei Hochtief gab man sich ahnungslos. Ein Sprecher sagte: "Bei uns ist bisher kein Angebot eingegangen." Wenn es vorliege, werde der Konzern die Offerte sorgfältig prüfen und dann eine qualifizierte Stellungnahme abgeben.

Die Anlaysten vom Bankhaus Lampe schätzen das Angebot als zu niedrig ein. Das Angebot spiegele gerade einmal den Wert der Hochtief-Tochter Leighton wider, für die ACS entsprechend den Börsenregelnebenfalls ein Angebot machen müsste, heißt es in einer aktuellen Einschätzung. Es reflektiere in keiner Weise den Wert der Assets von Hochtief, die wir bei konservativer Betrachtung mit 78 Euro je Hochtief - Aktie bewerten. Zudem hätten die Spanier für die ersten 25% an Hochtief im Jahr 2007 deutlich mehr bezahlt, nämlich rund 74 Euro je Anteilsschein.

Die Hochtief-Aktien kippten im Handelsverlauf bis zu 2,6 Prozent ins Minus. Zuletzt notierten die Papiere wieder vier Prozent im Plus.

"Im Moment weiß keiner so recht wie das Übernahmeangebot zu bewerten ist. Es gibt viele ungeklärte Fragen, wie zum Beispiel ob darin auch die australische Tochter Leighton enthalten ist, was die australischen Behörden dazu sagen und wie hoch der Verwässerungeffekt bei dem Angebot ist", sagte ein Händler. Die Aktien von ACS waren in Madrid bis Mittag vom Handel ausgesetzt.

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