Baukonzern
Bilfinger-Aktie stürzt ab

Schwarzer Tag für den Bilfinger-Konzern: Die Papiere brechen um rund 17 Prozent ein. Ex-Ministerpräsident Roland Koch hatte noch Anfang 2014 eine deutliche Ergebnissteigerung versprochen. Aber das Gegenteil ist der Fall.
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DüsseldorfTiefrote Zahlen auf der Anzeigetafel: Die Bilfinger-Aktie verliert 17 Prozent und kostet nur noch 69,19 Euro - der tiefste Stand seit zwölf Monaten. Innerhalb der ersten 30 Handelsminuten wechselten bereits etwa vier Mal so viele Bilfinger-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Der Hintergrund: Der deutsche Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger hat seine Prognose deutlich gesenkt. Dieses Jahr werde der bereinigte Gewinn (Ebita) wohl zwischen 380 und 400 Millionen Euro liegen. 2013 waren es noch 419 Millionen Euro. Das bereinigte Konzernergebnis werde zwischen 230 und 245 Millionen (2013: 255 Millionen) Euro betragen.

Insbesondere das Geschäftsfeld „Power“ drückt auf die Bilanz, da die Investitionen für den Wechsel hin zu erneuerbaren Energien höher ausfallen als erwartet. Bilfinger geht deshalb davon aus, dass die Gewinnmarge (Ebita) im Jahr 2014 auf sechs Prozent fallen wird. 2013 betrug die Marge noch 8,9 Prozent. In diesem Bereich soll nun auch deutlich gespart werden. Es werde eine „beachtliche Stellenstreichung“ geben, sagte Vorstandschef Roland Koch, doch es stehe noch keine Zahl fest.

Dabei war der Baukonzern zuvor von einer „deutlichen Ergebnissteigerung“ ausgegangen - nun ist es sogar ein Ergebnisrückgang. Dass die Enttäuschung so groß ausfällt, liegt auch daran, dass Konzernchef Robert Koch bei der Vorstellung der Zahlen zum ersten Quartal Besserung gelobt hatte. Im ersten Quartal war der Gewinn um gut die Hälfte eingebrochen. Koch versuchte zu beschwichtigen: Das erste Quartal sei bei Bilfinger regelmäßig schwächer und habe nur begrenzte Aussagekraft für den Rest des Jahres. Die Realität sieht nun anders aus.

Die Gewinnwarnung komme überraschend, schreibt DZ Bank-Analyst Jasko Terzic in einem Kommentar. Die Einbußen der Sparte Power seien besonders schwer, da dieses Geschäftsfeld innerhalb des Konzerns die höchsten Margen abwerfe. Er werde seine Prognosen überarbeiten, fügte Terzic hinzu.

Der Konzern unter der Leitung des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten befindet sich zurzeit im Umbau. Koch kappt die Kosten, strafft die Organisation und treibt den Wandel zum Dienstleistungsunternehmen weiter voran. Wesentliche Teile des Tiefbaugeschäfts stehen zum Verkauf. Bilfinger habe in diesem Geschäftsfeld immer wieder Rückschläge hinnehmen müssen und wolle sich daraus stärker zurückziehen, sagte Koch noch im Mai.

Am Hochbau mit einem Volumen von 700 Millionen Euro hält Koch aber fest. „Wir sind und bleiben eines der größten deutschen Hochbauunternehmen“, betonte er.

Die Früchte des Konzernumbaus kann Koch noch nicht ernten. Seit Monaten befindet sich die Aktie auf Talfahrt. Innerhalb von drei Monaten hat die Bilfinger-Aktie rund 24 Prozent verloren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Walter Epp
Walter Epp
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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