Baustoff-Branche
Auf CRH wartet harte Arbeit

CRH feiert Erfolge an der Börse - dabei liefen die Geschäfte bei dem Unternehmen im ersten Halbjahr alles andere als berauschend. Der Aktienkurs des irischen Baustoff-Giganten gilt auf kurze Sicht als ausgereizt. Die gesamte Branche steckt in Schwierigkeiten, die Wachstumsraten sind gering.

FRANKFURT. Der erste Tag in Europas Elite-Liga Euro Stoxx 50 war für die Aktie des irischen Baustoff-Riesen CRH gestern ein Feiertag: Er ist mit einem ordentlichen Plus gestartet, während viele andere Aktien Verluste beklagten. Im erlesenen Kreis der 50 bedeutendsten Unternehmen aus dem Euro-Raum hat das erste Unternehmen von der grünen Insel damit mehr als einen Achtungserfolg erzielt, zumal viele Börsianer bei dem neuen Namen erst einmal nachfragen mussten, was sich hinter den drei Buchstaben überhaupt verbirgt. Dass es sich um etwas Großes handeln muss, war klar - hat CRH doch gemeinsam mit Anheuser-Busch so etablierte Namen wie Fortis und Renault aus Europas Leitindex verdrängt.

CRH steht für Cement Roadstone Holding. Das Kürzel gehört zu einem Baustoffhersteller aus dem irischen Dublin, der weltweit agiert, gelistet in London, Dublin und New York. Aktuell ist das Unternehmen mit seinen fast 100 000 Beschäftigten an mehr als 3 700 Standorten weltweit vertreten.

Dabei liefen die Geschäfte bei CRH jüngst nicht besonders rund. Das erste Halbjahr war mau, das Baugewerbe hatte wie in jeder Krise seine Probleme - davon blieb auch der irische Konzern nicht verschont. Der Umsatz sank bis Juni um fast 15 Prozent. Vorsichtshalber erhöhte das Unternehmen im März sein Kapital, die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei komfortablen 43,5 Prozent. Denn Schwierigkeiten gibt es seit längerem in der Baubranche, die Wachstumsraten sind gering, manchmal geht der Umsatz gar zurück, wie jetzt in diesem Jahr.

Kein Wunder also, dass die Experten der WGZ Bank in einer ersten Studie zu der Aktie nur ein Kursziel von 20,50 Euro ausrufen. Bei einem Kurs von knapp 20 Euro im gestrigen Handel ist dabei nicht mehr allzu viel Luft nach oben.

Analyst Stefan Röhle rechnet jedoch damit, dass die positiven Auswirkungen der Konjunkturprogramme die Aktie weiter stützen werden. Außerdem dürfte der CRH-Konzern, der quer über den Globus in 35 Ländern vertreten ist, wegen seiner Tiefbauaktivitäten mehr von den Programmen profitieren - im Vergleich zu einem Industriekonzern wie zum Beispiel Saint Gobain.

Ein weiterer Pluspunkt: Man zeigt sich solide in Dublin. Auch während turbulenter Zeiten stürzte die CRH-Aktie nicht ins Bodenlose, sondern hielt sich im vergangenen Jahr stets über der Marke von 12,50 Euro. Auf Sechsmonatssicht hat das Papier 27 Prozent gewonnen.

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