Baustoffkonzern profitiert vom Wachstum der Zementindustrie: Lafarge überzeugt Analysten

Baustoffkonzern profitiert vom Wachstum der Zementindustrie
Lafarge überzeugt Analysten

Lafarge trumpft auf. Der Aktienkurs des weltgrößten Zementherstellers kletterte seit Anfang des Jahres um gut 17 Prozent. Analysten erwarten, dass es weiter aufwärts geht. Für Optimismus sorgt unter anderem der Einstieg des belgischen Geschäftsmannes Albert Frère über seine Gruppe Bruxelles Lambert (GBL).

HB PARIS. Frère hat sich mit knapp einer Mrd. Euro bei Lafarge beteiligt. Er ist nun mit 6,5 Prozent der wichtigste Aktionär, und das dürfte weiterhin für Spekulationen sorgen. Arnaud Pinatel, Analyst von Exane BNP Paribas, sieht das Engagement von Frère als eine gute Neuigkeit für Lafarge: „Der Einstieg von Albert Frère, der als anspruchsvoller Aktionär bekannt ist, dürfte das Management dazu antreiben, Restrukturierungen voranzubringen.“

Der französische Konzern setzt auf eine Vielzahl regionaler Absatzmärkte, um weniger abhängig zu sein. Zu den Hauptmärkten gehören Europa, USA und Asien. Das Unternehmen hat 77 000 Mitarbeiter und ist in 75 Ländern vertreten. Lafarge stellt außer dem Hauptprodukt Zement auch Beton, Gips und Dachbaustoffe her. Analysten rechnen damit, dass der Konzern die Kosten weiter reduzieren wird. In den USA will das Unternehmen die restlichen 46,8 Prozent Anteile seiner erfolgreichen nordamerikanischen Filiale übernehmen und hat dafür 2,5 Mrd. Euro geboten. Gelingt das Vorhaben, dürfte sich das nach Einschätzung von Experten positiv auf die Gewinne auswirken.

Viele Analysten haben im Hinblick auf die positive Entwicklung des Konzerns kürzlich das Kursziel erhöht. Exane BNP Paribas wie auch die Deutsche Bank sehen 95 bis 97 Euro als realistisch. Im vergangenen Jahr hat die Aktie mit nur sechs Prozent Anstieg im Vergleich zum Pariser Börsenindex CAC 40 (plus 23 Prozent) schlecht abgeschnitten. Doch für 2006 sind die Analysten positiv gestimmt.

Das war sicher auch die Motivation für den fast 80-jährigen Selfmademan Albert Frère, der unter anderem auch bei Bertelsmann und Total beteiligt ist, sich bei Lafarge zu engagieren. Aus GBL-Kreisen verlautete über den Einstieg bei Lafarge: „Das Unternehmen ist unterbewertet.“ Experten schließen nicht aus, dass Albert Frère seine Lafarge-Beteiligung noch ausweitet.

Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, hat Lafarge seit Anfang dieses Jahres als neuen Vorstandschef den 49-jährigen Bruno Lafont. Auch das werten Analysten als gutes Zeichen für die zukünftige Entwicklung. „Wir glauben, dass sich die neue Direktion mehr für die Rentabilität einsetzen wird“, kommentierte Imarn Akran von der Deutschen Bank.

Positiv dürfte sich in dieser Hinsicht auswirken, dass 2006 als starkes Wachstumsjahr für die Zementindustrie gesehen wird – sowohl auf dem heimischen Markt in Frankreich wie auch in Asien. In den USA wird ein Bauboom erwartet, unter anderem bedingt durch den Wiederaufbau in den von Hurrikanen verwüsteten Regionen. Lafarge will zudem die jährliche Zementproduktion aufstocken und setzt auf dynamische Märkte wie Russland und Südafrika. Das Management hofft auf Grund von Investitionen in die Produktion in den nächsten Jahren auf Umsatzzuwächse in der Größenordnung von zehn Prozent jährlich.

Der französische Baustoffriese hat allerdings ein Problem: Zementherstellung ist energieintensiv, und die Produktionskosten steigen mit den Energiekosten. Vor allem der hohe Ölpreis reduziert die Marge. So litt das Unternehmen im vergangenen Jahr unter einem Preiskampf auf den Märkten in Südkorea und Brasilien. Dort gelang es dem Konzern nicht, die höheren Kosten durch Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%