Bedarf für Katalysatoren
Weiterer Preisanstieg für Platin erwartet

Die Nachfrage nach Platin ist und bleibt hoch: Die Produktion von Kohlendioxid sparenden Katalysatoren und die Einführung von Platin-ETFs sichern den Absatz. Wenn der Preis zu stark steigt, könnte jedoch Palladium attraktiver werden: Es ist viermal billiger als Platin.

FRANKFURT. Sie sind unsportlich, langweilig, unsexy. Der kalifornische „Gouvernator“ Arnold Schwarzenegger drückt es etwas vorsichtiger aus: Umweltfreundliche Autos gefallen nicht jedem. Denn allein die Tatsache, dass mittlerweile viele Hollywood-Stars das Vorzeige-Umwelt-Auto Toyota Prius fahren, dürfte den Durchschnitts-Amerikaner noch nicht dazu bringen, seinen Pickup oder seinen Muscle Car gegen ein solches Auto einzutauschen. Deshalb wirbt Schwarzenegger nicht für hässliche kleine Autos. Er will stattdessen die Industrie bewegen, attraktive Sport- oder Geländewagen mit umweltfreundlicher Technik auszustatten. Er selbst geht mit gutem Beispiel voran und hat seinen „alten“ Hummer gegen einen neuen Hummer Modell H2 mit Wasserstoff-Antrieb getauscht. Und mit dem „Green Highway“ befindet sich Kalifornien an der Spitze der amerikanischen Ökologie-Bewegung.

Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sind in Bezug auf CO2-Ausstoß das Optimum. Denn bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht lediglich Wasser und gar kein CO2. Doch die noch nicht ausgereifte und vor allem teure Technik schreckt viele Verbraucher noch ab – zumal es bislang erst wenige Wasserstoff-Tankstellen gibt. Die Massenverbreitung wird deshalb wohl noch ein paar Jahre auf sich warten lassen.

Schneller hingegen könnte die schrittweise Reduzierung des CO2-Ausstoßes erfolgen – mittels Katalysatoren. Während in Europa bereits seit Jahren immer neue EU-Normen eingeführt werden, erlassen jetzt auch die USA Gesetze, um den CO2-Ausstoß zu begrenzen.

Wichtigster Rohstoff für die Herstellung von Katalysatoren sind die Metalle der Platingruppe, allen voran Platin und Palladium. Drei-Wege-Katalysatoren für Benziner mit Ottomotor können sowohl mit Palladium als auch mit Platin hergestellt werden. Steigt der Preis des einen Metalls an, führt dies zu Substitutionseffekten. So ist der Preis für Platin stark gestiegen und fast viermal so hoch wie der des Palladiums. 2006 ist die Nachfrage nach Palladiumkatalysatoren um acht Prozent gestiegen, nach Platinkatalysatoren lediglich um sieben Prozent. Eine leichte Verschiebung ist somit bereits zu erkennen. Diese könnte sich 2007 verstärken, was zu einem Rückgang der Nachfrage nach Platin und damit möglicherweise auch zu einem Preisrückgang führen könnte. Etwas abgeschwächt wird dieser Trend allerdings, weil Katalysatoren für Dieselmotoren bislang ausschließlich mit Platin hergestellt werden können. Genau auf diese Motorenart haben es die neuen gesetzlichen Regelungen in den USA abgesehen.

Da die Herstellung leistungsfähigerer Katalysatoren nur durch den Einsatz größerer Mengen an Metallen der Platingruppe möglich ist, dürften die immer schärferen Emissionsgesetze in den USA oder Europa somit automatisch zu einer höheren Nachfrage führen. Vorausgesetzt, der Absatz von Neufahrzeugen bleibt gleich oder steigt.

Weitere Unterstützung für Platin, aber auch für die anderen Metalle der Platingruppe, dürfte die vermehrte Einführung von ETFs sein. So haben einige Emittenten fast zeitgleich angekündigt, Exchange Traded Funds auf Silber und auf die Metalle der Platingruppe zu begeben. Hier entwickelt sich also neben den Platinverbrauchern ein neuer ernst zu nehmender Käufer. Denn ETFs kaufen das Metall ebenfalls physisch ein. Zum Vergleich: Seit der Einführung des ersten Gold-ETFs am 18. November 2004 wurden bereits 15 Mrd. US-Dollar in Gold-ETFs angelegt. Und mittlerweile kommt ein Drittel der jährlichen Investitionsnachfrage nach Gold von den Exchange Traded Funds. Die einfache Handhabung, die hohe Liquidität, aber auch die Umgehung der Mehrwertsteuerproblematik dürfte ETFs auf Platinmetalle zu einem Erfolg werden lassen.

Fazit: Die Nachfrage nach Platin bleibt somit hoch – sowohl angesichts der immer strengeren Emissionsrichtlinien, als auch wegen der Neueinführung von Platin ETFs. Steigt der Preis zu stark, könnte eine stärkere Substitution durch Palladium einsetzen.

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