Beispielsloser Absturz
Warum Piëch weniger verliert als VW-Vorzugsaktionäre

Seit zwei Wochen kennt der Kurs der Volkswagen-Aktie nur eine Richtung: abwärts. Ein genauer Blick zeigt, dass nicht alle Aktionäre in gleichem Maße leiden. Dennoch: 75 Milliarden Börsenwert sind vernichtet.

DüsseldorfBeim Blick auf den Kurschart ihres Wertpapiers packt VW-Aktionäre das nackte Grauen. Allein am Freitag büßte die Aktie an der Frankfurter Börse zeitweise erneut mehr als fünf Prozent an Wert ein. In der gesamten zurückliegenden Woche summierte sich das Minus auf rund 14 Prozent. Bereits in der Vorwoche war der Kurs heftig eingebrochen, die Papiere gaben um 34 Prozent nach.

Seit seinem Höchststand Mitte März 2015 ist der Börsenwert des Automobilkonzerns damit um gut 60 Prozent geschrumpft. Statt 120 Milliarden Euro ist VW aktuell nur noch 46 Milliarden Euro wert – ein Minus von fast 75 Milliarden Euro.

Besonders betroffen ist die Gruppe derjenigen Aktionäre, die sich sogenannte VW-Vorzugsaktien (ISIN: DE0007664039) ins Depot gelegt haben. Diese notieren im Unterschied zu VW-Stammaktien (ISIN: DE0007664005) im Dax, versprechen dafür aber eine etwas höhere Dividende. Allerdings fehlt ihnen das Stimmrecht, das nur die VW-Stammaktionäre haben.

Über Jahre hatten sich die Kurse der beiden Aktiengruppen praktisch im Gleichschritt entwickelt. Doch seit dem Kurssturz am 22. September 2015 öffnet sich die Schere zwischen „Vorzügen“ und „Stämmen“.

Während der Kurs der traditionell leicht unter den Stämmen notierenden Vorzüge binnen zehn Tagen von knapp 140 auf nicht einmal 91 Euro sank, gaben die Stämme im selben Zeitraum „nur“ von 141 auf 101 Euro nach. Die meisten VW-Stammaktien hält die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE (52,2 Prozent) – und damit die Familien Piëch und Porsche.

Erst vergangene Woche hatte die Porsche SE den Anteil um 1,5 Prozentpunkte aufgestockt. Ein Aktienpaket von Suzuki war zu einem ungenannten Preis von dem deutsche-österreichischen Familienclan gekauft worden.

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