Belgischer Börsenneuling erfreut Anleger trotz Terrorangst und schwachem Umfeld
Belgacom startet mit Kursgewinn

Der akute Schwächeanfall an den Aktienmärkten belastet auch das Klima für Börsengänge. Doch trotz des schwierigen Umfelds bleiben Banker und Unternehmen zuversichtlich. Sie rechnen nicht mit einem Einbruch der sich gerade wieder belebenden Emissionskonjunktur.

fs/mm/rob FRANKFURT/M. „Die Angst vor Terroranschlägen wird sich nicht zwingend negativ auswirken, da dies eine schon länger bestehnde Gefahr darstellt“, meint Matthias Mosler, Deutschlandchef von Merrill Lynch. Aber für Euphorie sei auch kein Platz.

Unterstützung bekamen die Optimisten gestern vom größten europäischen Börsengang seit drei Jahren. Die Aktie der belgischen Telefongesellschaft Belgacom stieg bei ihrem Debüt um bis zu 4,4 %. Der Ausgabekurs für die insgesamt 3,3 Mrd. Euro schwere Emission hatte bei 24,50 Euro und damit in der Mitte der Preisspanne von 23 bis 26,50 Euro gelegen. Bis zum Nachmittag kletterte der Kurs auf 25,57 Euro. Gleichzeitig verlor der Euro-Stoxx-50-Index mehr als 2 % an Wert.

Nach mehreren Jahren Flaute kommt auf den europäischen Markt für Neuemissionen in diesen Tagen ein echter Härtetest zu. Wenn alle Platzierungen wie geplant über die Bühne gehen, würden im Monat März nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg über 7,4 Mrd. Euro zusammenkommen. Das wäre mehr als im gesamten Vorjahr.

Am deutschen Markt steht am Freitag die erste Großemission auf dem Programm. Der Halbleiterwert Siltronic will Aktien im Wert von bis zu 1,1 Mrd. Euro an die Börse bringen. Im Inland hätten die großen Investoren bereits reges Interesse gezeigt, heißt es in Finanzkreisen. Aber natürlich seien die Investoren angesichts der schwachen Aktienmärkte nervös. Seit Beginn der Zeichnungsfrist hat der Dax 1,5 % verloren. Deshalb würden viele Anleger ihre Orders bis kurz vor Schluss der Zeichnungsfrist am kommenden Donnerstag zurückhalten. Erst dann lasse sich der Erfolg des Börsengangs beurteilen.

Eines ist aber schon jetzt klar: Die Emission steht und fällt mit den internationalen Großinvestoren. Der Anteil der Kleinanleger werde am Ende wohl unter 10 % liegen, heißt es aus dem Umfeld der Emission. Im vorbörslichen Handel beim Makler Lang & Schwarz notierten die Aktien von Siltronic gestern bei 16,50 bis 16,70 Euro und damit ungefähr in der Mitte der Preisspanne. Die Nachfrage der Privatanleger sei allerdings sehr dünn. „Das stellt sich doch etwas schwieriger dar als erwartet, kommentiert Marc Raffelsiepen von Lang & Schwarz.

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