Bergbauzulieferer
Becker Mining drängt an die Börse

Der saarländische Bergbauzulieferer Becker Mining Systems will das Wachstumstempo beschleunigen – und noch 2007 an die Börse. Finanzkreise erwarten einen Emissionserlös in niedriger dreistelligen Millionenhöhe.

DÜSSELDORF. Wie es in Finanzkreisen heißt, sind die Vorbereitungen für die Aktienplatzierung angelaufen, das Unternehmen habe die Investmentbank Dresdner Kleinwort als Konsortialführer für die Neuemission ausgesucht. Wegen des derzeit günstigen Marktumfelds halten Börsenexperten ein Going public noch im Sommer für möglich. Im Gespräch mit dem Handelsblatt hält sich Mehrheitsaktionär und Vorstandschef Franz Becker bedeckt: „Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, wir stehen nicht unter Zeitdruck.“

Im Jahr 2006 hat der Spezialist für Bergwerksinfrastruktur einen Konzernumsatz von 156 Mill. Euro erzielt, drei Viertel davon im Ausland. Seit 1987 ist der Umsatz jedes Jahr im Schnitt um 15 Prozent gewachsen, trotzdem beträgt die Eigenkapitalquote an der Bilanzsumme 44 Prozent. „Wir waren immer schon sehr profitabel“, verrät Firmenchef Becker, „auch 2006 war unsere Ebit-Marge zweistellig.“

Dabei tritt das Familienunternehmen weltweit gegen viel größere Konkurrenten wie die schwedischen Konzerne Sandvik und Atlas Copco sowie Joy Mining und Bucyrus aus den USA an. Becker führt den Erfolg darauf zurück, dass seine Firma der einzige Anbieter kompletter Automations-, Energie-, Transport- und Kommunikationsinfrastruktur für die untertägige Bergbauindustrie ist.

Becker, der das Unternehmen seit 1990 leitet, begann wenig später mit der Expansion in die wichtigsten ausländischen Bergbauregionen. Heute ist die Firma in Südafrika, Australien, Amerika, Polen und China tätig. Der Markt wächst wegen des zunehmenden Energie- und Rohstoffsbedarfs rapide. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Kohle, Erz und Edelmetallen weiter steigen wird.

Die Familie will auch nach dem Börsengang Herr im eigenen Haus sein und die Aktienmehrheit halten. Neben Franz Becker, der 52 Prozent der Anteile besitzt, halten noch sein jüngerer Bruder und sein Schwager Aktien. Alle drei zählen zur Führungsspitze, nur das Finanzressort verantwortet seit 2006 ein familienfremder Manager. Finanzkreise erwarten ein Platzierungsvolumen von 100 bis 150 Mill. Euro, der Großteil davon soll ins Unternehmen fließen.

Damit erreicht die Neuemission eine Größenordnung, die sie auch für institutionelle Anleger interessant macht. Dagegen ließen die großen Fonds die Mini-Emission des Hammer Bergbausrüsters SMT Scharf, der im April an die Börse kam, links liegen. Die Aktie des profitablen Herstellers für entgleisungssichere Bahnsysteme für Bergwerke rutschte unter den Ausgabepreis.

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