Bericht über Börsengang
Ausländer greifen bei Rosneft zu

Drei große ausländische Ölkonzerne haben sich am Börsengang des staatlichen russischen Ölförderers Rosneft beteiligt. Wie Rosneft-Chef Sergej Bogdantschikow am Sonntag bekannt gab, orderten der malaysische Petronas-Konzern für 1,1 Mrd. Dollar, BP für eine Mrd. und Chinas CNPC für 500 Mill. Dollar Anteilsscheine.

HB ST. PETERSBURG/LONDON/MOSKAU. Der Einfluss der Ausländer auf das russische Unternehmen bleibt aber gering, da der bislang zu knapp 100 Prozent staatliche Ölgigant Rosneft insgesamt nur 14,3 Prozent seiner Anteile an die Börse bringt und damit auch in Zukunft mehrheitlich in staatlicher Hand bleiben wird. Einen weiteren vierten Großinvestor, der sogar 2,5 Mrd. Dollar investiert haben soll, wollte der Vorstandsvorsitzende allerdings auch auf Nachfragen nicht nennen. Laut Branchenkreisen soll dahinter die Gazprombank des gleichnamigen vom Kreml kontrollierten Gaskonzerns stecken, die im eigenen und im Kundenauftrag gehandelt habe. Ebenfalls beteiligt hat sich nach Angaben der britischen Tageszeitung „Observer“ der russische Milliardär Roman Abramowitsch. Er soll Anteile im Wert von rund 300 Mill. Dollar gekauft haben.

Vor allem ausländische Investoren hätten aber den mit 10,8 Mrd. Dollar fünftgrößten Börsengang der Welt zum Erfolg gemacht, so Bogdantschikow. Sie hätten 60 Prozent der Orders abgegeben. Pläne, dass vor allem russische Kleinanleger die Papiere zeichnen, sind zumindest zu großen Teilen gescheitert. Insgesamt wurden 1,38 Mrd. Aktien zum Stückpreis von 7,55 Dollar – und damit im oberen Bereich der Bookbuilding-Spanne – verkauft. Damit wird Russlands nach Lukoil zweitgrößter Ölkonzern von den Marktteilnehmern mit 79,8 Mrd. Dollar bewertet, während Lukoil an der Börse 69 Mrd. Dollar wert ist.

Trotz rechtlicher Risiken hat der vorläufige Handel mit den Rosneft-Papieren am Freitagvormittag in London begonnen. Insgesamt wurden 21 Mill. Stücke gehandelt, und der Preis stieg auf 7,60 Dollar. Im vorläufigen Handel können Anleger Rosneft-Aktien zwar zu aktuellen Kursen kaufen und verkaufen, abgewickelt werden die Geschäfte aber erst nach Start des offiziellen Handels, der am Mittwoch in Moskau beginnen soll.

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