Berichtssaison weitgehend vorüber
Ölpreis dürfte sich als Bremsklotz für US-Börsen erweisen

Die US-Börsen werden nach Einschätzung von Analysten in dieser Woche verstärkt unter dem Druck der zuletzt täglich auf neue Rekordhöhen gestiegenen Ölpreise stehen. Neben den Kosten für den wertvollen Rohstoff werden nach Ansicht von Analysten vor allem die US-Inflationszahlen für Juli die Richtung an der Wall Street bestimmen. Von Unternehmenszahlen werden dagegen kaum Impulse erwartet.

HB NEW YORK. Marktexperten verwiesen in Zusammenhang mit den Inflationszahlen auf die Rolle dieser Kennziffer bei der Zinspolitik der Notenbank Fed.

Der Markt sei bisher gegenüber dem Anstieg des Ölpreises erstaunlich widerstandsfähig gewesen, sagte Michael Metz, Chef-Investmentstratege bei Oppenheimer & Co. In der abgelaufenen Woche legten die wichtigen Wall-Street-Indizes Dow-Jones und S&P trotz des Anstiegs des Ölpreises auf einen Rekordstand von über 67 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) leicht zu. "Wenn aber der Ölpreis weiterhin auf dem derzeitigen hohen Niveau bleibt, dann werden die Anleger ihre Einschätzung über die Nachfrage der Verbraucher, die für die gesamte Wirtschaft bedeutend ist, überdenken", prognostizierte Metz. Das größte Risiko für die Aktien ist dabei Analysten zufolge ein weiterer Anstieg des Benzinpreises.

Die Verbraucher würden damit weniger Geld für den Kauf anderer Güter zur Verfügung haben. "Auch so banale Sachen, wie etwa die Bestellung von weniger Pizzas, wirken sich auf die Wirtschaft aus", sagte Ernie Ankrim von der Russel Investment Group. Die Ausgaben der Verbraucher machen zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Im Blickpunkt wird Analysten zufolge in dieser Woche auch die Inflationsentwicklung stehen. Die Regierung will am Dienstag die Statistiken über die Verbraucherpreise und am Mittwoch die Daten über die Erzeugerpreise im Juli veröffentlichen. Allgemein wird mit einem Preisanstieg von bis zu 0,2 % gerechnet. Ein höherer Preisanstieg könnte allerdings die Fed veranlassen, das Tempo der Zinserhöhungen zu beschleunigen, um eine Inflationsgefahr vorzubeugen, sagten Analysten. Dies würde sich negativ auf die Aktien auswirken. Die US-Notenbank hatte bislang den Leitzins zehn Mal in Folge um je 25 Basispunkte auf zuletzt 3,50 % erhöht und weitere moderate Anhebungen signalisiert.

Unternehmensberichte werden in dieser Woche am Markt wohl aber eine untergeordnete Rolle spielen. Die Berichtssaison ist bereits weitgehend vorbei. Nur zwei bedeutende Einzelhandelskonzerne, die Wal-Mart Stores und J.C. Penney, werden ihre Quartalsberichte vorlegen. 83,4 % der im S&P-500-Index vertretenen 457 Unternehmen, die bereits ihre Ergebnisse bekannt gegeben hatten, trafen oder übertrafen mit ihren Zahlen die Analysten-Prognosen.

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