Bertelsmann stößt RTL-Aktien ab
Das Dschungelcamp für Aktionäre

Bislang wird nur ein Bruchteil der RTL-Aktien an der Börse gehandelt. Doch jetzt können mehr Anleger vom Erfolg des Dschungelcamps und der Formel-1-Übertragungen profitieren. Ein großes Aktienpaket steht zum Verkauf.
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MünchenBertelsmann will mit dem Verkauf eines RTL-Aktienpakets bis zu 1,58 Milliarden Euro einnehmen. Die Preisspanne für bis zu 25,5 Millionen Aktien von Europas größtem Fernsehkonzern beträgt 54 bis 62 Euro, wie die RTL Group am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. An der Börse wurde die Aktie am Mittwoch mit 57,70 Euro gehandelt.

Bertelsmann will das Geld in neue Geschäftsfelder investieren. Der deutsche Medienkonzern hatte bereits im Januar angekündigt, sich von bis zu 17 Prozent seiner RTL-Anteile zu trennen und damit auch künftig eine Kontrollmehrheit von mehr als 75 Prozent zu behalten.

Die Aktien sollen Investoren vom 18. bis 29. April angeboten werden und ab dem 30. April im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse notiert werden. Mit einem Streubesitz von künftig rund 24 Prozent ist RTL Kandidat für den Nebenwerteindex MDax. Bisher werden die Titel nur im weniger regulierten Frankfurter Freiverkehr, am Firmensitz in Luxemburg sowie in Brüssel gehandelt.

Der Verkauf, den Bertelsmann wie einen Börsengang organisiert, ist eine von zwei großen Transaktion in der deutschen Fernsehbranche im laufenden Jahr. Die Haupteigner des Rivalen ProSiebenSat.1, die Finanzinvestoren KKR und Permira, wollen ihre Anteile komplett abstoßen. Der Konzern könnte danach aus dem MDax in den Leitindex Dax aufsteigen.

Die Federführung des zweiten RTL-Börsengangs liegt bei der Deutschen Bank und Morgan Stanley. Außerdem sind BofA Merrill Lynch, Citigroup, Credit Suisse, Goldman Sachs, BNP Paribas, Petercam, Societe Generale und Lazard an der Transaktion beteiligt.

Operativ ist die RTL-Gruppe trotz schwieriger Märkte gut ins Jahr gestartet. Der Betriebsgewinn (Ebita) im ersten Quartal stieg Konzernangaben zufolge um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert. Ergebnistreiber war erneut das Deutschlandgeschäft, das von Kostensenkungen profitierte.

Der Konzernumsatz stagnierte hingegen im ersten Quartal. Während der deutsche TV-Werbemarkt RTL-Schätzungen zufolge leicht zulegte, verlor die Mediengruppe in Deutschland Marktanteile. In den Niederlanden und Frankreich entwickelten sich die Sender des Konzerns dagegen stärker als der Markt. Sorgenkinder sind weiterhin die Töchter in Belgien, Spanien und Ungarn.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bertelsmann stößt RTL-Aktien ab: Das Dschungelcamp für Aktionäre"

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  • Unklug, die Cash Cow Nr.1 teilweise zu verhökern.
    Da kommt jetzt garantiert wieder ein Middelhoff und verprasselt das Geld für Internet-Unsinn.
    Aber Hauptsache, das Management hat was gemacht.

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