Besonders auf dem Generikamarkt hat der Pharmakonzern gute Wachstumschancen: Analysten sind für Novartis optimistisch

Besonders auf dem Generikamarkt hat der Pharmakonzern gute Wachstumschancen
Analysten sind für Novartis optimistisch

Wenn der Baseler Pharmakonzern Novartis am 22. Januar seine Jahreszahlen für 2003 bekannt geben wird, hat er womöglich eine kleine Überraschung in petto.

DÜSSELDORF. Der Ausblick sei eher moderat gewesen, sagt Peter Spengler, Analyst bei der DZ-Bank. Novartis hatte angekündigt, eine Margenreduzierung in Kauf nehmen zu wollen. Dazu wird es vielleicht nicht kommen: Weil der Pharmakonzern seit 2003 in Dollar bilanziert und die US-Währung im vierten Quartal weiter gesunken ist, könnte Novartis nach Ansicht Spenglers als eines der wenigen europäischen Pharmaunternehmen von dem Dollar-Tief profitieren.

Andere Analysten erwarten hingegen keine Überraschungen. „Es ist schwierig zu überraschen, wenn man schon seit langem sehr solide dasteht“, sagt Patrick Burgermeister, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Er hat die Aktie bei „Übergewichten“ eingestuft, denn er geht davon aus, dass der Titel weiter stärker zulegen wird als der Markt.

Auch DZ-Bank-Analyst Peter Spengler hält Novartis für unterbewertet und rät zum Kauf der Aktie. Zwar handele das Management nicht immer im Interesse der Aktionäre und nehme auch schon mal eine kurzfristige Margenverwässerung in Kauf, um Investitionen in Forschung und Entwicklung zu sichern. Dafür sei die Pipeline von Novartis – also die Palette an Medikamenten-Neuentwicklungen - bereits seit Jahren sehr gut ausgestattet.

Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sieht den Pharmakonzern kritischer und stuft ihn als „market performer“ ein. „Novartis hat eine Super-Bilanz, gute Produkte, eine vernünftige Pipeline, aber die Aktie ist nicht mehr ganz billig.“ Großes Potenzial sieht Groschke allerdings für die Generikasparte der Schweizer. Mit der Produktion von Nachahmermedikamenten verdiene das Unternehmen schon relativ gute Margen. Zudem werde es von der Konsolidierung des Marktes profitieren: „Novartis wächst hier sehr stark und will auch weiter wachsen“, sagt Groschke.

Dieses Wachstum werde auch durch Übernahmen zu Stande kommen, erwartet Burgermeister von der Zürcher Kantonalbank. Er sieht für Novartis im Generikamarkt „eindeutig akquisitorisches Potenzial“. Damit gerät auch innerhalb des Konzerns die Rangordnung in Bewegung: „Bis mindestens 2007 wird der Generikabereich schneller wachsen als das Pharmageschäft“, sagt Burgermeister. Insgesamt kämen für Novartis zwei glückliche Umstände zusammen: Einerseits laufen in nächster Zeit keine wichtigen Pharma-Patente aus, andererseits profitiere die Generikasparte vom Patentablauf der Konkurrenz.

Hoffnungen auf eine Übernahme des Basler Konkurrenten Roche sollten sich Novartis-Aktionäre hingegen nicht machen. Auch wenn Novartis durchaus an seinem Nachbarn interessiert ist, halten Analysten einen Aufkauf für unwahrscheinlich. LRP-Analyst Groschke sieht keinen Grund für Roche mitzuspielen: „Roche kommt aus dem Tal der Tränen und hat die Kurve jetzt gekriegt. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie den Avancen von Novartis ausgerechnet in dem Moment nachgeben, wo sie mit ihren Wirkstoffen gute Erfolge haben.“

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