Bessere Wachstumsaussichten
Anlageexperten ziehen europäische Aktien US-Titeln vor

Europäische Aktien haben gute Aussichten, sich in den verbleibenden Monaten des Jahres besser zu entwickeln als US-Titel. „Das Potenzial für Gewinnanstiege bei den Unternehmen und das gesamtwirtschaftliche Wachstum ist hier viel besser", sagt Portfoliomanager Luc Van Heden von KBC Asset Management in Brüssel.

HB ZÜRICH. Wenn der Trend hält, sollten sich die europäischen Aktien das dritte Jahr in Folge stärker entwickeln als die US-Werte. Und die Chancen stehen gut.

Die Gewinnaussichten 2006 haben sich für die Unternehmen im europäischen Benchmark-Index Dow Jones Stoxx 600 aufgehellt, zeigen Daten von FactSet Research Systems: Die Prognosen für das Gewinnwachstum stiegen gegenüber Dezember um 4,4 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent. Im US-Börsenbarometer Standard & Poor’s 500 ging es nur 1,7 Prozentpunkte aufwärts. Hier dürften die Unternehmen ihre Gewinne um durchschnittlich 14,4 Prozent steigern.

„In den USA ist der Konjunkturzyklus weiter fortgeschritten als in Europa. Das ist für die Unternehmen ein wichtiger Faktor“, sagt David van der Zande, Leiter des Portfolio-Managements bei Theodoor Gilissen Bankiers in Amsterdam. „In Europa geht es weiter aufwärts.“ Am Aktienmarkt fand die stärkere Dynamik in Europa schon ihren Niederschlag. Für den Stoxx 600 ging es doppelt so stark aufwärts wie für den S&P 500, seit beide Indizes am 13. Juni ein Tief erreichten. Der Stoxx gewann 7,6 Prozent, während der S&P nur 3,5 Prozent zulegte. Im bisherigen Jahresverlauf führt der Stoxx mit einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber einem Zuwachs von 1,5 Prozent beim S&P.

Von allen Regionen der Welt mögen Anleger Europa schon jetzt am stärksten, wie die monatlichen Investorenumfragen von Merrill Lynch & Co. seit Juni zeigen. Im Juli sagten 47 Prozent der Anleger, sie seien bei europäischen Aktien übergewichtet. 29 Prozent hatten US-Titel übergewichtet, 33 Prozent hielten verstärkt japanische Werte. Im Mai hatten die Investoren die größten Chancen in Japan gesehen.

Im Vergleich zu den Unternehmensgewinnen sind die europäischen Aktien derzeit günstig bewertet. Die Werte aus dem Stoxx 600 werden im Mittel zum 12,9fachen des prognostizierten Gewinns gehandelt. Als der Markt im Mai sein Spitzenniveau erreicht hatte, lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 14,1 Prozent. Bei den US-Werten sank das KGV von 15,3 im Mai auf nun 14,7.

Investmentberater Kevin Lyne-Smith von Julius Bär empfiehlt, von US-Werten in europäische Titel umzuschichten. „Die Erholung in Europa setzt sich fort, und das kommt den Unternehmen zugute“ sagt Lyne-Smith. “

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