Bezahlfernsehen
Sky-Aktie bricht nach Gerichtsurteil ein

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs stellt den Markt für Bezahlfernsehen auf den Kopf. Die Aktie des Senders Sky Deutschland bricht um mehr als zehn Prozent ein. Analysten sehen Risiken für das Unternehmen.
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DüsseldorfFußballfans dürfte das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) freuen, die Aktionäre von Sky Deutschland weniger. Die Aktie des Bezahlsenders reagierte mit einem Kurssturz auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshof. Sky-Papiere waren am Dienstag bereits schwach in den Handel gestartet. Nach dem Richterspruch sanken sie um mehr als zehn Prozent und erreichten mit 1,55 Euro den niedrigsten Stand seit Ende 2010.

Das Gericht hatte zu einem Streit in England entschieden, dass Fernsehzuschauer nicht zwingend einheimische Pay-TV-Sender abonnieren müssen. Für Fußball-Übertragungen dürfen sie auch auf ausländische Anbieter zurückgreifen.

Für die Sky-Aktie ist der Verlust der territorialen, exklusiven Ausstrahlungsrechte ein weiterer Rückschlag. In den vergangenen Monaten hat das Papier bereits einige Kursschwankungen erlebt. Allein in den vergangenen sechs Monaten verlor das Unternehmen fast die Hälfte seines Börsenwertes.

Die genauen Folgen des Urteils für Sky sind noch unklar. "Ohne dieses Urteil hätte Sky in zwei bis drei Jahren profitabel sein können", sagt Frank Neumann vom Bankhaus Lampe. Mit dem Urteil hingegen könne sich der Turnaround noch deutlich verzögern.

Mittelfristig sieht Neumann zwei möglich Szenarien. Wie stark Sky betroffen ist, hängt davon ab, ob die deutsche Fußballbundesliga ihre Rechte nur in Deutschland oder international vermarktet. "Verkauft sie die Pay-TV-Rechte nur an Sky, so ändert sicher erstmal nichts", sagt Neumann. Möglich wäre aber auch der internationale Verkauf, der mehr Konkurrenz und weniger Abonnenten für Sky bedeuten könnte und das Unternehmen weiter belasten würde. Bis Bundesliga und Sky sich zu ihren Absichten äußern, sei der Markt verunsichert, so Frank Neumann. Aktuell hat das Bankhaus Lampe die Aktie mit "Verkaufen" eingestuft.

Nicht alle Analysten teilen diese Einschätzung. Bei Bloomberg empfahlen in den vergangenen drei Monaten fünf Analysten Sky zum Kauf. Fünf sagten "Halten", zwei rieten zum Verkauf. Das war allerdings vor dem Richterspruch des EuGH.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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