Bezahlsystem Square
Zweite Firma von Twitter-Mitgründer plant Börsengang

Den Schwung des Twitter-Börsengangs will Mitgründer Jack Dorsey auch für sein anderes Unternehmen nutzen: Square, ein Bezahlsystem für kleine und mittlere Firmen, könnte nächstes Jahr an die Börse gehen.
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New YorkTech-Unternehmer Jack Dorsey reitet auf einer Hype-Welle: Nichts dominiert die Finanzschlagzeilen derzeit so stark wie der Börsengang des Kurznachrichtendienstes Twitter, den er mitgegründet hat. Dem „Wall Street Journal“ zufolge könnte schon bald der nächste Coup folgen: Square, sein anderes Unternehmen, diskutiert derzeit mit Banken einen Gang an die Börse.

Square ist ein Bezahlsystem für kleine und mittlere Unternehmen, das die Annahme von Kreditkarten per iPhone- und Android-Geräten erlaubt. Dafür stellt Square einen Kreditkartenleser her, der in die Kopfhörereingänge der Geräte gesteckt werden kann, eine App verarbeitet die Zahlungen.

Die Firma könnte schon nächstes Jahr an die Börse kommen, glaubt man den mit der Sache vertrauten Personen, auf die sich das „Wall Street Journal“ beruft. Demnach sind die Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley im Gespräch mit dem Unternehmen.

Square wächst rasant. 2014 sollen rund 30 Milliarden Dollar über das Bezahlsystem verarbeitet werden, schreibt das Blatt, 2012 seien es 20 Milliarden. Doch Profite gibt es derzeit noch nicht. Square gibt den großen Teil der Einnahmen an die Kreditkartenfirmen ab, rund 70 bis 80 Prozent. 2012 sollen für Square damit Einnahmen von zwischen 110 Millionen und 165 Millionen Dollar bleiben. Gewinne soll es internen Dokumenten zufolge ab 2015 geben.

Mit einer Personalrochade hat Square jüngst seine Chancen erhöht, Gewinne zu erzielen. Die ehemalige Salesforce.com-Managerin Sarah Friar wurde letztes Jahr als Finanzchefin engagiert. David Viniar, ehemaliger Goldman-Finanzchef, wurde letzte Woche in den Verwaltungsrat von Square geholt.

Gokul Rajaram, ein ehemaliger Werbeverantwortlicher bei Facebook, soll kleine und mittlere Unternehmen vom Bezahlsystem überzeugen. Er stieß dieses Jahr zu Square.

Der Wert von Square wird nach einer letzten Finanzierungsrunde auf 3,25 Milliarden Dollar geschätzt. Zu den Investoren gehören neben Kleiner Perkins Caufield & Buyer, Sequoia Capital und Visa auch Angel-Investoren wie Marissa Mayer von Yahoo und Unternehmer Richard Branson.

Jack Dorsey gründete Square vor vier Jahren in San Francisco, nachdem er bei Twitter keine aktive Rolle mehr hatte. Derzeit werden die Kartenleser von Square in den USA, Kanada und Japan eingesetzt. Nebst den Kartenlesern können Nutzerinnen auch eine Smartphone-App herunterladen, die als „Geldbörse“ dient, um bargeldlos zu bezahlen. Einkäufe mit der App werden von den Kreditkarten der Nutzer abgebucht.

Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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