Bezugsrechts-Abzug
Kurseinbruch irritiert Deutsche-Bank-Anleger

Die Aktie der Deutschen Bank ist am Morgen um acht Prozent gefallen. Nachdem es bereits am Vortag deutliche Verluste gegeben hatte, sorgte der Rückschlag bei einigen Marktteilnehmern für Irritation. Allerdings ist der Einbruch darauf zurückzuführen, dass die Bezugsrechte für die Kapitalerhöhung der Bank aus dem Kurs herausgerechnet wurden. Ohne diesen Sondereffekt gehörten Deutsche-Bank-Aktien sogar zu den größten Gewinnern am Markt.
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HB FRANKFURT. Ein heftiger Einbruch der Deutsche-Bank-Aktie am Mittwoch ist nach Aussage von Experten nicht dramatisch zu werten. Zwar habe das Papier gelitten, nachdem die Bank am Dienstag bekanntgegeben habe, dass sie wegen der Übernahme weiterer Postbank-Aktien im dritten Quartal rote Zahlen schreiben werde, sagte LBBW-Analyst Olaf Kayser im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. Schon das habe ihn aber eigentlich nicht überrascht.

Am Mittwoch startete die Aktie der größten deutschen Privatbank mit einem Minus von rund 8 Prozent in den Handel, nachdem sie am Dienstag bereits 4,5 Prozent an Wert eingebüßt hatte und bei 44,75 Euro schloss. Die neuerliche Abschlag auf rund 41,50 Euro sei dagegen auf die Bezugsrechte zurückzuführen, die die Deutsche Bank für die angekündigte Kapitalerhöhung ausgegeben habe, sagte Kayser.

Die Bezugsrechte sind bis 1. Oktober an der Börse handelbar. Der LBBW-Experte bezifferte den Wert eines Bezugsrechts auf 3,92 Euro, der eigentlich zum Kurs der Aktie hinzugezählt werden müsse. Damit stand nach diesen Angaben die Deutsche Bank am Mittwoch bei einem insgesamt negativen Markt etwa 1,5 Prozent im Plus.

Die Deutsche Bank will mit einer Kapitalerhöhung um 10,2 Milliarden Euro das notwendige Eigenkapital für die Konsolidierung der Postbank sichern und sich auf schärfe Vorschriften der Bankenaufsicht vorbereiten. Dazu gibt sie an ihre Anteilseigner Bezugsrechte für eine neue Aktie pro zwei gehaltenen Aktien aus. Diese Bezugsrechte können Aktionäre, die keinen Wert auf weitere Deutsche-Bank-Aktien legen, bis zum 1. Oktober auch an der Börse verkaufen.

Kommentare zu " Bezugsrechts-Abzug: Kurseinbruch irritiert Deutsche-Bank-Anleger"

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  • ich bin ebenfalls sehr irritiert. Seit langer Zeit tut sich beim Db-Kurs nichts und ich warte jetzt nur noch auf den Augenblick, wo die Aktie meinen Einstandkurs erreicht hat. Die bezugsrechte werde ich nicht wahrnehmen. Die kann sich Jos hinter den Spiegel stecken. Danach werde ich in Nestle umschichten, die steigt zwar langsam, aber sie steigt und ist ein sicheres investment.

  • Generell sollte die Db mal ihre völlig überzogenen Gehaltsstrukturen angehen. Was die Mitarbeiter dort zu viel an Geld einstreichen, ist betrug an den Aktionären. Generell besteht bei banken das Problem, dass diese von der belegschaft seit einigen Jahren als Goldesel angesehen werden, bei dem man sich die Taschen voll stopfen kann. Für die Db gilt dies im besonderen. Solange dieser Umsitte kein Riegel vorgeschoben wird, werde ich jedenfalls keine bankaktien anfassen.

  • Negativer Kursverlauf der Deutschen bank
    Einen Kursverlust von 6 Mrd. Euro innerhalb weniger
    Tage nur auf den bezugsrechtshandel zurückzuführen,
    sollte durchaus noch einmal überlegt werden? ich
    nehme an, wenn die Manager gerne einen Kurs von
    Euro 24,-- hätten, würde dies auch möglich sein?
    Was sollen die Anleger noch verstehen, was nicht
    zu verstehen ist? Wie agieren die Fond der
    der Deutschen bank in diesem Spiel? Wird die
    Deutsche bank in diesem Jahr unter 10 Mrd. Euro
    Verlust bleiben?

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