Bieterwettstreit
Bundesliga-Poker belastet Sky-Aktie

Sky könnte im Poker um die Bundesliga-Rechte das Nachsehen haben. Nach Medienberichten will die Deutsche Telekom dem Bezahlsender zuvorkommen. Die Sky-Aktie knickt ein.
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FrankfurtSky-Aktionäre müssen zittern: Die wichtige Auktion für die Bundesligarechte steht kurz bevor - und es sieht nicht gut aus für den Bezahlsender. Einem Bericht der „Bild-Zeitung“ zufolge will die Deutsche Telekom dem Sender alle Rechte für die Live-Übertragung abluchsen. An der Börse geben Sky-Aktien am Freitag um bis zu fünf Prozent nach und sind damit schwächster Wert im MDax - aktuell kostet die Aktie 2,13 Euro .

„Das wäre natürlich schlecht für Sky“, sagte ein Börsianer. Ein Bieterwettstreit zwischen der Telekom und Sky zeichnete sich schon seit längerem ab. Die Interessenten müssen Anfang April ihre Gebote beim Ligaverband DFL dafür vorlegen. Die Aktien der Telekom notierten im Dax 0,5 Prozent fester bei 9,09 Euro.

Dabei sind die Aktionäre von Sky Deutschland ohnehin nicht vom Erfolg verwöhnt. Langfristig gesehen ist die Aktie das reinste Trauerspiel. 2005 kostete die Aktie noch mehr als 20 Euro.

Das Bezahlfernsehen hat in Deutschland immer noch nicht den Durchbruch erlebt, was vor allem an den guten kostenlosen Alternativen liegen kann. Sky hofft dagegen auf eine Kehrtwende und hat im Geschäftsausblick erstmals schwarze Zahlen versprochen. Vielleicht schon im dritten oder vierten Quartal 2012.

Doch das hängt entscheidend von der Bundesliga ab. Fußball ist das Premiumprodukt des Bezahlsenders. Viele der drei Millionen Kunden dürften den Sender nur wegen der Bundesliga-Übertragungen abonniert haben.

Anfang April versteigert der Fußballligaverband DFL die Bundesliga-Rechte für die kommenden vier Spielzeiten ab 2013. Größter Konkurrent ist die Telekom, die die Live-Rechte für ihr „Liga-Total“ erwerben möchte. Eine Zeit lang machte auch das Gerücht die Runde, dass sich die Telekom mit Sky zusammenschließen könnte. Nach dem Bericht der „Bild-Zeitung“ scheint jedoch die Telekom alles für sich allein haben zu wollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Walter Epp
Walter Epp
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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  • Ich bin auch der Meinung, dass die Manager, Vorstände etc. immer gieriger werden. Die Gehälter sollten sich am Gewinn und auch nach dem Aktienkurs orientieren und nicht an der Zahl der Abonnenten.
    Sky könnte profitabel arbeiten, wenn sie die unsinnigen Paketangebote abschaffen würden.
    Wir haben in Deutschland und Östereich ca. 75000000 Menschen die aktuell Fernsehen schauen. Der Anteil von Sky ca. 3000000 das sind gerade mal 4%. Jeder, schaut vielleicht
    max. 3 – 4 Stunden täglich, egal was ob Sport, Film, Musik, Serien etc. Von den angebotenen 102 Sendern nur von Sky und den sonstigen hunderten von Sendern kann man sich nur für 1 max. 2 Programme pro Tag entscheiden. Sky sollte versuchen noch die restlichen Millionen Zuschauer mit ihrem attraktiven Programm zu gewinnen. Weg mit den Paketen, jeder kann das schauen was er will für einen Preis. Ich wäre z.B. bereit zunächst € 25,90 zu zahlen, wenn man das auf Millionen von Abonnenten hochrechnet, müsste eigentlich Sky profitabel sein.

  • Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.So heißt es bekanntlich. Anstatt, dass Sky und Telekom die Bundesliga preislich auf den Boden der Tatsachen zurückholen, überbieten sie sich lieber gegenseitig. Die Sky-Manager sind leider sehr dumme Menschen. Sie leben von der Menge der verkauften Abos. Würden sie das Abo günstiger verkaufen, dann wären viel mehr Menschen bereit für Sky Geld auszugeben. Würde Sky nicht immer ihr bescheuertes Basisprogramm Sky-Welt als Pflichtkauf anbieten, dann könnten sie garantiert auch mehr Abos verkaufen. Für HD will der Sender auch noch mal 10 Euro zusätzlich. Was soll das? Das muss doch inzwischen Standard sein. Hat man damals, als man das Schwarz-Weiß-Fernsehen auf Farbfernsehen umgestellt hat, den Zuschauern zusätzlich monatlich eine Gebühr für das bessere Bild abgenommen? Leider sind die meisten Manager mittlerweile in so hohen Gehaltsregionen angekommen, dass sie ihr Produkt für sehr günstig halten. Am Preis kann es nicht liegen. Es liegt nur am Kunden. Sky macht sich selbst fertig. Gebt mir den Laden für einen Euro. Ich mache ihn innerhalb eines Jahres profitabel.

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