Billige Computer-Chips versprechen Gewinn
CSMC will im Juni in Hong Kong an die Börse

Mit CSMC Technologies will Mitte Juni der zweite Chiphersteller aus der Volksrepublik China an die Börse gehen. Etwa 780 Millionen HK-Dollar (rund 85 Millionen Euro) soll die Emission dem in Wuxi im Großraum Shanghai angesiedelten Halbleiterherstellers einbringen.

ruk HONGKONG. Betrachtet man den Kursverlauf von Semiconductor Manufacturing International Corp. (SMIC) seit dem Börsengang im März, dann spricht auf den ersten Blick wenig für eine erfolgreiche Platzierung von CSMC. Denn SMIC hat seit dem Börsenstart gut 30% an Wert verloren. Bei den Investoren herrscht eine gewisse Verunsicherung was Technologie-Werte aus China angeht. Die Anleger fragen sich, wie lange die gute Chipnachfrage am Weltmarkt noch anhalten wird. Zusätzlich fürchten die Investoren Eingriffe der Regierung in Peking, die bereits angekündigt hat, die vor einer Überhitzung stehende Inlandskonjunktur abkühlen zu wollen.

Doch es gibt auch Argumente die für einen erfolgreichen Börsengang sprechen: Mit CSMC Technologies kommt ein Chiphersteller an den Markt, dessen Fertigungskonzept sich deutlich von der Konkurrenz unterscheidet. Während die meisten Wettbewerber viel Geld in Fertigungslinien neuester Technik investieren, arbeitet CSMC mit einer Technik die etwa zwei Generationen älter ist als die jüngsten Entwicklungen . Das Unternehmen aus Wuxi kann sich das leisten, denn seine Chips werden in Massenprodukte wie Spielzeug, Uhren oder Haushaltgeräte eingebaut – in Bereichen also, in denen es um jeden Cent geht.

Mit seiner Niedrigkosten-Strategie gelang es CSMC auch in schlechten Zeiten Gewinne zu erzielen, während Konkurrenten wie SMIC, Grace Semiconductor oder Chartered Semiconductor Manufacturing wegen hoher Kosten in die roten Zahlen rutschten. Im Gegensatz zum exportorientierten Wettbewerb fertigt CSMC für den riesigen Binnenmarkt Chinas und für preisgünstige Massenprodukte.

„Wir sehen derzeit zwei Strategien in China“, meint Analyst Pranab Sarmah von Daiwa Research. „Fertigung am unteren oder oberen Ende der Hightech-Kette“. Dabei sei ein Engagement im Low-Cost-Bereich für die nächsten zwei Jahren viel versprechend, da im Binnenmarkt mit einer hohen Nachfrage nach elektronisch ausgerüsteten Haushaltsgeräten zu rechnen sei. Medienberichten zufolge ist die Citigroup die für den Verkauf der CSMC-Aktien zuständige Begleitbank.

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