Biotech-Unternehmen Brain: Erster Börsengang in Deutschland vor der Tür

Biotech-Unternehmen Brain
Erster Börsengang in Deutschland vor der Tür

Deutschland hat sich als Standort für Börsengänge im vergangenen Jahr zurückgemeldet. Schon kündigt sich das erste Debüt in 2016 an. Das Zwingenberger Biotechnologie-Unternehmen Brain will im Februar aufs Parkett.

FrankfurtEin Jubiläum in zweifacher Hinsicht steht am deutschen Aktienmarkt bevor. Mit dem Biotechnologie-Unternehmen Brain kündigt sich der erste Börsengang in diesem Jahr an. Die Information darüber soll am Dienstag veröffentlicht werden, berichten Finanzkreise.

Nach dem Münchener Krebsspezialisten Wilex vor rund zehn Jahren strebt damit erstmals wieder eine Biotech-Firma an die Frankfurter Börse. Lange Zeit scheute die Branche den deutschen Kapitalmarkt und begründete das mit der Risikoscheu deutscher Anleger, die sich beim Platzen der Biotech-Blase nach der Jahrtausendwende schlechte Erfahrungen gemacht hatten.

Unternehmen wie die schwäbische Diagnostikfirma Curetis zog es deshalb vergangenes Jahr an die Börse Euronext. 2014 war der Heidelberger Krebsspezialist Affimed sogar an die amerikanische Nasdaq gegangen. Brain möchte einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag durch den Börsengang erlösen, berichten Finanzkreise. Das Wertpapierprospekt solle bis zum 20. Januar erstellt werden.

Handelsbeginn für die Aktie im Top-Segment an der Frankfurter Börse sei für den 9. Februar geplant. Die Zeichnungsfrist sei für den 21. Januar bis zum 3. Februar vorgesehen. Privatanlegern soll die Möglichkeit geboten bekommen, die Aktie zu zeichnen. Ziel von Brain ist es, mit dem Geld aus der im Fachjargon Initial Public Offering (IPO) genannten Aktienemission, „die Vermarktung der eigenen Produkt-Pipeline schneller umzusetzen und die erfolgreich eingeleitete Industrialisierungsstrategie zu forcieren“, geht aus Informationen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Das Unternehmen entwickelt bioindustrielle Produktlösungen.

Brain zählt zu den kleinen Börsengängen, die in diesem Jahr erwartet werden. Milliarden schwer sein dürfte der geplante Börsengang der Postbank, einer Tochter der Deutschen Bank. Auch die Energiekonzerne Eon und RWE planen ihr herkömmliches Geschäft von dem mit erneuerbaren Energien abzuspalten und an die Börse zu bringen. Außerdem wird der Kochbox-Lieferant Hello Fresh aller Voraussicht nach einen neuen Anlauf wagen.

Mit bis zu 15 Debütanten rechnet Martin Steinbach, Leiter des Bereichs Börsengänge bei der Beratungsgesellschaft E&Y. Befeuert wird er Markt nach seiner Ansicht von Technologieunternehmen, Konzernabspaltungen und Finanzinvestoren, die ihre Bestände durchforsten.

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