Bisher größter Verlust
Groupon-Aktie verliert zehn Prozent

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: Die Groupon-Aktie bewegt sich zwischen Extremen. Analysten bezweifeln, dass der Hype um das Social-Media-Unternehmen allzu lange hält. Heute ging es schon mal kräftig runter.
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DüsseldorfDie Groupon-Aktie hat heute den größten Tagesverlust seit dem Börsengang hinnehmen müssen und nährt damit die Zweifel, die Beobachter im Vorfeld an dem geschäftlichen Erfolg des Social-Media-Unternehmen hatten. Fast zehn Prozent fiel das im Technologie-Index Nasdaq notierte Papier vergangene Nacht. Der Kurs steht damit noch bei 23,58 US-Dollar, knapp 18 Prozent über dem Ausgabepreis der Aktie. Am vorherigen Handelstag vergangenen Freitag stand die Aktie noch bei ihrem absoluten Höhepunkt seit dem ersten Tag an der Börse bei 26,19 Dollar. Der Abstieg war steil und kontrastiert die vollmundigen Versprechungen der Gründer.

Am 4. November ist das Papier mit großem Jubel in New York an die Börse gegangen. Über 30 Prozent ging es am ersten Handelstag nach oben - dabei war das Unternehmen selbst beim Ausgabepreis der Aktien von 20 Dollar das Stück insgesamt mit 13 Milliarden Dollar bewertet.

Ein teurer Börsengang, dafür dass über das Unternehmen noch viele Fragen offen sind: Wann macht Groupon aus seinem rasant wachsenden Umsatz endlich auch Gewinne? Was für eine Strategie steckt hinter den geschönten Bilanzen, die das Unternehmen schon zweimal auf Druck der Börsenaufsicht ändern musste?

Zuletzt musste Groupon seine Umsätze auf einen Schlag halbieren. Bisher nahm die Firma den gesamten Wert eines Rabattgutscheins in die Bücher auf, jetzt nur noch die Kommission, die bei ihm tatsächlich hängenbleibt. Für das Jahr 2010 liegen die Erlöse jetzt zum Beispiel bei knapp 313 Millionen Dollar statt wie zuvor bei 713 Millionen.

Commerzbank-Analystin Heike Pauls beobachtet das deutsche Social-Media-Unternehmen Xing, das schon einige Zeit vor dem Social-Media-Hype an die Börse gegangen ist. "Ich bin dem Geschäftsmodell von Groupon gegenüber sehr skeptisch", sagt sie. "Das Unternehmen ist nicht zu vergleichen mit Xing, das ein solides Kerngeschäft hat."

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Grundsätzliche Zweifel

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