Blackberry: Auf zum letzten Gefecht

Blackberry
Auf zum letzten Gefecht

Heute stellt Research in Motion die brandneuen Blackberrys samt neuem Betriebssystem vor. Es ist die letzte Chance für das Unternehmen. In einem Punkt hat man Apple und Samsung aber schon abgehängt.
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DüsseldorfWird es der Befreiungsschlag oder nur das letzte Aufbäumen? Wenn Thorsten Heins um 10 Uhr (Ortszeit) in New York vor die Presse tritt, dann geht es um nicht weniger als die Existenz seines Unternehmens. Der Chef von Research in Motion (RIM) stellt die aktuellste Generation des Blackberry samt neuem Betriebssystem vor – zum ersten Mal wird es ein Blackberry mit Touchscreen geben, sieht man von einem misslungenen und längst vergessenen Versuch ab.

Die Geräte sollen, nein, müssen endlich die Wende bringen, wenn der Telefonhersteller im Konkurrenzkampf mit Apple, Samsung, aber auch Nokia überleben will.

„RIM setzt alles auf eine Karte – es geht um alles“, sagte Ramon Llamas, Analyst von International Data Corporation (IDC), der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es ist eine Sache, den Laden aufzuräumen. Aber wenn es darum geht, nach draußen zu gehen, dann ist das etwas ganz anderes.“ 

Heins (55) hat vor rund einem Jahr den Chefposten bei RIM übernommen. Seitdem hat er fast ein Drittel der Stellen gestrichen, neue Manager für Marketing und Vertrieb engagiert. Einer von zwei Firmenjets wurde abgeschafft, den anderen teilt sich Heins mit seinen Vorstandskollegen. Durch den rigorosen Sparkurs hat Heins ein Cash-Polster von fast drei Milliarden Dollar aufgebaut. Manche ziehen schon Vergleiche zu Steve Jobs, der Apple nach seiner Rückkehr im Jahr 1997 wieder zum Leben erweckte. Eine entscheidende Zutat fehlt allerdings noch: ein Produkt, das bei den Konsumenten ankommt. 

Die Börse hat den neuen Kurs bei RIM wohlwollend aufgenommen. In der Hoffnung auf ein Turnaround kauften die Anleger in den vergangenen Wochen fleißig Aktien des Blackberry-Herstellers. Der Kurs stieg innerhalb von drei Monaten um 130 Prozent auf rund 17,50 Kanadische Dollar. Dazu muss man wissen: Vor fünf Jahren kostete ein Anteilsschein noch mehr als 90 Dollar.  

Im Moment spricht der Trend an der Börse für RIM. Die Aktie von Nokia – das ebenfalls an einem Comeback werkelt – stieg in den vergangenen drei Monaten um 50 Prozent. Samsung schaffte ein Plus von fünf Prozent. Der große Verlierer: Apple, die Aktie sackte um 30 Prozent ab.

Kommentare zu " Blackberry: Auf zum letzten Gefecht"

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  • Allen 'Spielern' mit mobile devices sei mal was gesagt: ich bin nach wie vor überzeugter User eines Blackberry 3700. Warum ? Ganz einfach: lassen Sie mal ein Iphone oder ein Galaxy aus 1 m Höhe auf harten Boden fallen - die sind anschließend schlicht unbrauchbar. Als Produktionsleiter 'gelingt' mir das leider häufig. Mein RIM-Phone dagegen ist einfach unkaputtbar. Darum setzt auch die US Army weiterhin auf diese robuste Version.
    Also: High-Tech ist schon cool aber Robustheit ist auch was wert.

  • Ich war auch Jahrelang nutzer von BB bis ich auf die Idee kam mir ein iPhone zuzulegen. (im nachhinein ein ganz blöde Idee) der Verbund mit dem "super" Programm iTunes nervt nur. Ich war schon sehnsüchtig auf ein neues BB für mich und verspreche dann Treue zum RIM.

  • Falls es RIM schafft ein Betriebssystem zu liefern, das Beruf und Privat sauber auseinander hält aber auch verbindet, dann werden die Geschäftskunden in Massen kaufen: das Problem mit privaten Geräten in Betrieben (BYOD) ist alles andere als gelöst, viele IT-Abteilungen fahren eine sehr restriktive Strategie.

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