Blockbuster-Produkt
Xarelto-Zulassung schiebt Bayer-Aktie nach oben

Die US-Gesundheitsbehörden haben grünes Licht für das Bayer-Schlaganfallmittel Xarelto gegeben. Das sorgt bei Bayer-Anlegern für Freude: Die Papiere des Unternehmens schießen an die Dax-Spitze.
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FrankfurtDie überraschende Zulassung des Bayer-Schlaganfall-Mittels Xarelto in den USA hat bei Anlegern am Montag für gute Stimmung gesorgt. An der Frankfurter Börse legte die Aktie des Pharma- und Chemiekonzerns zeitweise knapp fünf Prozent zu. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte am Freitag grünes Licht für den Verkauf des Medikaments auf dem weltgrößten Pharmamarkt gegeben. Die Tablette dient dem Schutz vor Schlaganfällen bei Patienten mit einer bestimmten Form von Herzrhythmusstörungen. Xarelto sei ein Blockbuster-Produkt, von dem sich das Unternehmen hohe Umsätze verspreche, sagte ein Händler. Analysten sehen für die neuen Präparate riesige Chancen und schätzen das weltweite Marktpotenzial auf zehn bis zwanzig Milliarden Dollar.

Für den Leverkusener Traditionskonzern ist Xarelto derzeit der größte Hoffnungsträger im Pharmageschäft. Bayer arbeitet bei dem Präparat mit dem US-Pharmariesen Johnson & Johnson (J&J) zusammen, der in den USA die Vertriebsrechte besitzt. Auch in Europa winkt Bayer die Zulassung des Mittels. Der Arzneimittelausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hatte im September empfohlen, Xarelto zum Schutz vor Schlaganfällen sowie zur Behandlung von bestimmten Thrombosen zuzulassen. Üblicherweise folgt die EU-Kommission der Empfehlung der Arzneimittelbehörde innerhalb kurzer Zeit. In Europa liegen die Rechte allein bei Bayer.

Bayer traut dem Mittel - alle Anwendungsgebiete zusammengenommen - einen weltweiten Spitzenumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro im Jahr zu. Ein großer Teil dürfte auf das Behandlungsfeld Schlaganfall-Vorbeugung entfallen. Allein in den USA leiden rund 2,3 Millionen Menschen an Vorhofflimmern. Dieses Therapiegebiet ist deutlich größer als der Einsatz zur Verhinderung von Blutgerinnseln nach größeren orthopädischen Operationen, für das Xarelto bereits auf dem Markt ist.

Xarelto gehört zu einer neuen Gruppe von Arzneien, die das jahrzehntealte, inzwischen patentfreie Warfarin als Mittel zur Schlaganfallprävention ablösen sollen. Das einst als Rattengift entwickelte Präparat galt bislang als Medikament der Wahl zur Vermeidung von Schlaganfällen bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Analysten sehen für die neuen Präparate riesige Chancen und schätzen das weltweite Marktpotenzial auf zehn bis zwanzig Milliarden Dollar.

Größter Konkurrent von Bayer auf diesem Gebiet ist aktuell der Familienkonzern Boehringer Ingelheim, dessen Pille Pradaxa bereits in den USA seit November 2010 zur Vorbeugung vor Schlaganfällen auf dem Markt ist. Auch in Europa und in weiteren Ländern hat Pradaxa auf diesem Gebiet zur Zeit die Nase vorn. Darüber hinaus drängen die US-Pharmariesen Pfizer und Bristol Myers Squibb mit ihrem Entwicklungskandidaten Eliquis auf diesen Markt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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