BMW-Aktie im Eurostoxx 50: Der Ritterschlag für den Autobauer

BMW-Aktie im Eurostoxx 50
Der Ritterschlag für den Autobauer

Der Indexaufsteiger BMW läuft an der Börse auf vollen Touren. Die Belohnung erfolgte prompt - mit dem Aufstieg in den Leitindex. Trotzdem ist die Bewertung im Vergleich zu den Papieren anderer Autobauer noch günstig.
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FRANKFURT. Die Aktien des Autobauers BMW haben kräftig zugelegt. Um mehr als 50 Prozent stiegen die Titel des Münchner Premiumherstellers seit März. Notierte die Aktie damals noch bei 30 ist das Papier jetzt fast 48 Euro wert. Die Belohnung folgte prompt: Seit heute sind die Aktien von BMW Mitglied des Leitindex Euro Stoxx 50. Dem Kursanstieg tut das keinen Abbruch: Am Vormittag steigt das Papier erneut um mehr als ein Prozent.

Die Aufnahme in das Kursbarometer der 50 größten Werte in der Euro-Zone gilt als Ritterschlag für eine Aktie. Die Aufmerksamkeit der internationalen Finanzmärkte ist dem bayerischen Automobilhersteller damit sicher, denn milliardenschwere Fonds, Versicherungen und Pensionskassen investieren vorzugsweise in diesen Index.

Doch reicht das, um der BMW-Aktie dauerhaft Zuwächse zu bescheren - oder ist die Spitze bereits erreicht? Immerhin legte der Automobilhersteller das beste Quartalsergebnis seit zweieinhalb Jahren vor. Der Überschuss von April bis Juni war sieben mal höher als vor zwölf Monaten, und die Fabriken sind zu mehr als 90 Prozent ausgelastet. Doch die Jahresprognose blieb konservativ. Schließlich wachse BMW "in einem ungewissen Umfeld", sagte der Vorstand.

Auch Fachleute weisen darauf hin, dass es sich beim vergangenen Quartal branchenweit um ein Ausnahmequartal handelte. Außergewöhnlich hohe Absatzpreise hätten die Margen in die Höhe getrieben. Der schwache Euro half, den Verkauf ins Ausland - insbesondere die USA - anzukurbeln. Zudem gaben die niedrigen Zinsen dem Leasing-Geschäft Auftrieb: Die günstigen Konditionen machten Vertragsabschlüsse für Kunden sehr attraktiv.

Wachstumsmotor Fernost

Der wichtigste Motor war aber das starke Wachstum in Fernost. Experten fürchten allerdings, dass durch die dort steigende Inflation und die Gefahr einer platzenden Spekulationsblase am Immobilienmarkt die rege chinesische Nachfrage nach Autos gedrosselt werden könnte.

Trotz dieser Bedenken empfehlen Analysten die BMW-Aktie zum Kauf. Besonders optimistisch ist Stefan Burgstaller von Goldman Sachs. Er setzt ein Kursziel von 62 Euro. Adam Hull von der WestLB geht hingegen langfristig von 42 Euro aus. Das Gros der Analysten peilt einen Kurs nahe 50 Euro an, was einem möglichen Plus von immerhin noch gut sechs Prozent entspricht. "Die BMW-Aktie hat noch sehr viel Potenzial", sagt etwa Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Er rechnet damit, dass die Konjunktur weiter anzieht und der Dax im nächsten halben Jahr deutlich gewinnt. Besonders gut sehe es auf dem Markt für Automobilpremiumhersteller aus. Vor allem BMW dürfte profitieren.

Daniel Schwarz von der Commerzbank rät dagegen ab. "Bei den Bayerischen Motorenwerken erwarte ich keine Überraschungen mehr. Andere Autoaktien finde ich deutlich spannender - etwa die von Daimler", meint er. Ein größerer Wachstumsmarkt als der für Premiumhersteller werde in nächster Zeit der Markt für Nutzfahrzeuge sein, wo die Stuttgarter gut aufgestellt seien. BMW hingegen nicht.

Allerdings ist die Bewertung der BMW-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2010 mit 8,6 deutlich günstiger als Daimler mit einem KGV von 24,4.

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