Börse 2006
Gewinne nähren die Kurse

Wenn die großen börsennotierten Unternehmen in Europa und den USA in den kommenden Wochen ihre neuesten Jahresbilanzen vorlegen, rechnen Investoren mit prozentual zweistelligen Gewinnsteigerungen.

NEW YORK/ DÜSSELDORF. Auch 2006 dürften die Firmen gut verdienen, auch wenn die Steigerungsraten etwas zurückgehen. Analysten sind deshalb zuversichtlich, dass die Aktienkurse weiter zulegen. Erst am Montag war der Dow-Jones-Index erstmals seit Juni 2001 über die Marke von 11 000 Punkten gestiegen.

Nach Berechnungen der Finanzdatenspezialisten JCF und Ibes werden 2006 die Firmengewinne in Europa im Technologiesektor mit 19 Prozent am stärksten wachsen, dicht gefolgt von Industriegütern mit 17 Prozent. Beides sind zyklische Sektoren, die vom breiten Konjunkturaufschwung profitieren. So erwarten Analysten etwa, dass der Mischkonzern Siemens im laufenden Jahr seinen Gewinn um 21 Prozent steigert. Doch auch die 2003 und 2004 durch die Werbeflaute gebeutelten Medien dürften im laufenden Jahr um 15 Prozent zulegen – und damit stärker als die meisten anderen Branchen.

In den USA sehen Experten hingegen all jene Branchen und Unternehmen als Gewinner, die unabhängig vom konjunkturellen Umfeld ihre Gewinne steigern können. Henry McVey, Chefstratege der Investmentbank Morgan Stanley, setzt wie viele seiner Kollegen auf die Bereiche Finanzen und Informationstechnologie (IT). „IT-Firmen profitieren von steigenden Unternehmensinvestitionen, während im Finanzsektor vor allem Sachversicherer nach den schweren Herbststürmen in den USA ihre Preise erhöhen können“, schreibt McVey in seinem Jahresausblick. Auch Internetfirmen wie Google, Yahoo und Ebay verfügten über Preismacht gegenüber ihren Kunden, ebenso wie Pharmaunternehmen.

Im abgelaufenen Jahr – Alcoa hatte am Montag als erstes großes Unternehmen seine Bilanz präsentiert – trugen in den USA neben der robusten Nachfrage und den anziehenden Investitionen vor allem Aktienrückkäufe zum zweistelligen Wachstum der Gewinne je Aktie bei. Spitzenreiter war Intel mit Rückkäufen im Wert von 25 Mrd. Dollar, gefolgt von Procter & Gamble mit 22 Mrd. Dollar.

„Die operativen Einnahmen kletterten vermutlich nur um sieben Prozent, ungefähr so schnell wie die Gewinne des gesamten US-Unternehmenssektors“, sagt Jan Hatzius, US-Chefvolkswirt der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs. Weil die Gewinne sich jedoch nach massiven Aktienrückkäufen auf weniger Aktien verteilten, habe der viel beachtete Ertrag je Anteil um elf oder zwölf Prozent zugenommen.

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