Börse
Banken erwarten 2006 steigenden Dax

Wer auf die übliche Jahresendrally hofft, dürfte enttäuscht werden. Denn sie ist bereits gelaufen. Doch Anfang 2006 werden die Aktienkurse weiter steigen. Das ist das Ergebnis einer Handelsblatt-Umfrage unter Investmenthäusern und Brokern.

FRANKFURT AM MAIN. Das Handelsblatt hatte die fünf größten Investmenthäuser und die fünf nach Berechnung des Analysehauses Starmine erfolgreichsten Brokern in Deutschland befragt. Die Mehrheit ist von einem weiteren Zuwachs für den Dax überzeugt. Durchschnittlich erwarten die Experten einen Anstieg um acht Prozent.

Zwei Branchen halten die Strategen der bedeutendsten Banken und erfolgreichsten Brokerhäuser in Atem: Finanz- und Telekomwerte. Eindeutig ist dabei die Favoritenrolle der Finanztitel, die in vergangenen Monaten schon die Überflieger waren. Das Gros der Analysten geht davon aus, dass sie sich auch in Zukunft besser als der Gesamtmarkt entwickeln, denn die Gewinne sprudeln. „Wir sahen hier zuletzt sehr gute Quartalsberichte, und dieser Trend dürfte sich auch im kommenden Jahr fortsetzen“, sagt Ingo Ralf Mainert von der Commerzbank. Daneben schürt die Konsolidierung die Phantasie der Anleger. Positiver Effekt daraus für die Gesamtmärkte: Da die Finanztitel ein Drittel der großen Indizes ausmachen, zieht deren gute Entwicklung die Börsen nach oben.

Deutlich differenzierter sind die Einschätzungen zu den Telekomwerten, die vor Jahresfrist zu den Favoriten vieler Investoren gehörten, tatsächlich jedoch das Schlusslicht unter allen Branchen sind. Inzwischen sehen etliche Börsianer wieder Luft nach oben. „Wir gehen antizyklisch vor und werden hier 2006 einen Schwerpunkt setzen“, sagt Ingo Ralf Mainert. Die Unterbewertung zahlreicher Titel sei inzwischen offensichtlich.

Niedrig bewertet ist aber auch der gesamte Dax, hebt die Mehrheit der befragten Analysten hervor. Christian Klude von der Privatbank M.M. Warburg rechnet vor, dass sich die Dax-Bewertung seit dem Tief im März 2003 bei 2 200 Punkten bis heute nicht verändert hat: „Die Kurse legten seitdem mehr als 100 Prozent zu, doch die Firmengewinne auch.“ Nach einem Plus von 82,6 Prozent im Jahr 2004 erwarten die Unternehmen im laufenden Jahr einen neuerlichen Gewinnanstieg von 25 bis 30 Prozent. Durchschnittlich kostet eine Aktie im Dax derzeit das Zwölffache des erwarteten Jahresgewinns. Genauso viel zahlten Investoren auch beim Börsenstand von 2 200 Punkten. Derzeit notiert der Dax jedoch über 5 100 Zähler. „Tragende Säule der Aufwärtsentwicklung an den Märkten ist die Gewinnentwicklung der Unternehmen“, sagt Tammo Greetfeld, HVB.

Daneben sehen die meisten Analysten künftig die US-Börsen wieder als Treiber für alle Märkte. Im laufenden Jahr kann davon keine Rede sein. Während der Dax 20 Prozent zulegte, kam der S&P 500 nur auf zwei Prozent. Grund dafür dürften die drastischen Zinserhöhungen sein. Doch während dieser Zyklus in den USA voraussichtlich 2006 zu Ende geht, wird er in Euro-Land erst beginnen. Dieser Vorteil dürfte die US-Märkte treiben.

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