Börse
Panikverkäufe bei Bankaktien

Die beängstigende Verlustrally bei Bankaktien geht heute in eine neue Runde. Sorgen um eine neue Finanzkrise ziehen Finanztitel in die Tiefe. Aber es gibt Hoffnung, ausgerechnet in Italien.
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Der Ausverkauf im Finanzsektor geht weiter. Heute verlieren die Titel der Deutschen Bank 1,2 Prozent auf 38,02 Euro, Commerzbank-Titel rutschen um 0,9 Prozent auf 2,69 Euro ab. In der Spitze gaben beide Titel sogar rund fünf Prozent nach. Aktien der Allianz notieren mit 2,6 Prozent schwächer bei 89,16 Euro. Die Verluste bei Finanzwerten belastet auch den Dax, der zwei Prozent schwächer bei 7081 Punkte.

Zwischenzeitlich lagen die Einbrüche deutlich höher und Anleger mit Finanztiteln im Depot an die Lehman-Pleite erinnert. „Italien und Spanien sind jetzt ins Gerede gekommen, und das hat ein ganz anderes Kaliber als Griechenland, Irland und Portugal“, erklärte Andrew Lim, Analyst bei der spanischen Bank Espirito Santo in London. „Das könnte eine echte Systemkrise sein. Das ist eine sehr reale Bedrohung, und die Panik wird zum Selbstläufer.“

Finanztitel setzen damit eine beängstigende Verlustrally fort. Schon gestern gingen die Aktien der Commerzbank mit Minus 8,6 Prozent unter. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei 34 Prozent. Papiere der Deutschen Bank verloren gestern 3,4 Prozent und Allianz-Aktien 4,1 Prozent.  

Noch Ärger traf es Papiere im Ausland. Papiere italienischer Banken befanden sich zwischenzeitlich im freien Fall. Heute ging es für Unicredit bis zu acht Prozent auf runter auf 1,06 Euro. Zwei Mal binnen zwei Stunden mussten die Titel an der Mailänder Börse wegen zu hoher Kursschwankungen ausgesetzt werden. Die Aktien haben allein seit Anfang Juli 30 Prozent an Wert verloren.

Nach der Auktion italienischer Geldmarktpapiere haben die Unicredit-Aktien allerdings ins Plus gedreht. Die Titel stiegen um 2,7 Prozent auf 1,185 Euro. „Das positive Ergebnis der Auktion hat am Markt für einige Erleichterung gesorgt“, erklärte ein Händler.

Auch Forderungen der Opposition in Rom, das Sparpaket noch in dieser Woche im Parlament zu verabschieden, trieben den Kurs in die Höhe. Die Aktien von Intesa Sanpaolo drehten ebenfalls ins Plus und lagen 2,5
Prozent höher. Intesa Sanpaolo verloren zweitweise 7,3 Prozent auf 1,4140 Euro. Die meisten übrigen europäischen Bankenwerte gaben deutlich nach: Im Stoxx50 führten Barclays die Verliererliste zeitweise mit einem Abschlag von 4,3 Prozent an, aktuell notieren die Papiere 3,1 Prozent schwächer. Der Banken-Stoxx-Index verlor zeitweise 1,6 Prozent.  

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Panikverkäufe bei Bankaktien

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Angst vor dem Stresstest

Kommentare zu " Börse: Panikverkäufe bei Bankaktien"

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  • Den Kommentar von George Soros bringt es auf den Punkt.
    Und das Volk muß zusehen bis zum bitteren Ende!

    Warum die Politiker über unsere Köpfe hinweg uns immer weiter verschulden - damit andere Staaten von ihren Schulden runterkommen - das kann kaum jemand noch verstehen!!!
    Wie werden wir dann die Schulden wieder los? - Vielleicht
    sollten die klugen Politiker dazu mal ein Wort sagen!

  • Der Markt wird schon lange von denen "hochgekauft", die umfassend investiert sind und um ihre Derivate Angst haben. Jede schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht!

  • Ich bin in totaler Panik heute.

    Meine Gold bullions sind auf EUR 1117 gecrasht und dann hab ich auch gleich meine Bank angerufen die mir empfahl sofort alles zu verkaufen, damit ich sicher bin und wenigsten Geld hab.

    Habs leider nicht geschafft, muss heute erst noch meine Muenzsammlung polieren.

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