Börse
Telekom-Aktie startet durch

Es ist ein ungewohntes Bild für Telekom-Aktionäre. Ihre Papiere liegen an der Spitze im Dax. Grund: Die Quartalszahlen des Telefonkonzerns fielen besser aus als erwartet. Analysten stuften die Aktie hoch.
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FRANKFURT. Die Telekom-Aktie steigt um drei Prozent auf 9,56 Euro und ist damit der große Gewinner im Dax. Der Leitindex liegt zur gleichen Zeit knapp im Minus.

Für die T-Aktie sind solche Sprünge ungewöhnlich. Sie weist auf Sicht der vergangenen Monate fast die niedrigste Volatilität unter allen Dax-Werten auf. Mit anderen Worten: Der Kurs bewegt sich kaum. Als die meisten Aktien auf dem Höhepunkt der Krise abstürzten, war das ein Vorteil. Allerdings hat die T-Aktie im Gegenzug von der Börsenrally in diesem Jahr ebenfalls wenig abbekommen. In den letzten drei Monaten stieg der Kurs gerade einmal um drei Prozent.

Heute schafft sie dieses Plus allein an einem Tag. Der Grund: Die Telekom steigerte dank ihrer Beteiligung an der griechischen OTE den Umsatz und Gewinn. Wie die Telekom in Bonn mitteilte, stieg der Umsatz von Juli bis September um 5,2 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um 5,2 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

Händler äußerten sich in einer ersten Reaktion positiv - die Zahlen seien besser als erwartet ausgefallen. Sie hoben vor allem das über den Erwartungen liegenden Nettoergebnis hervor. Analysten halten weitere Kursgewinne für möglich. Dennoch glauben sie noch nicht so ganz daran, dass der T-Aktie den großen Durchbruch schaffen wird.

Citigroup-Analyst Terence Sinclair sieht "genügend negatives eingepreist" und hob die Aktien in Reaktion auf die Zahlen von "Hold" auf "Buy" mit dem Kursziel 10,30 Euro. Die Hochstufung resultiere aus der guten Dividendenrendite und die wohl positiveren Markterwartungen nach den besser als prognostizierten Ergebnissen. Die Dividende dürfte von dem begrenzten Druck auf der operativen Seite und die Kosteneinsparungen sowie durch die nach dem vierten Quartal vermutlich schwindende Belastung von der Währungsseite profitieren.

Auch Analystin Heike Pauls von der Commerzbank äußerte sich positiv, der Umsatz sei stark gewesen. Mit einem Free Cash Flow der ersten neun Monate von 5,1 Milliarden Euro sei die Telekom auf Kurs, das Gesamtjahresziel gut zu erreichen. Die gemischte Gewinnqualität dämpfe aber ihren Enthusiasmus. Negativ seien die fallenden Kundenzahlen in den USA und das schwache DSL-Geschäft. Pauls bewertet die Aktien mit "Hold" beim Kursziel 9,00 Euro.

Die DZ Bank stuft die Quartalsbilanz ebenfalls mit "besser als erwartet" ein und ist von der positiven Kursreaktion nicht überrascht. Während sich das US-Geschäft zwar immer schlechter entwickele, hätten die europäischen Beteiligungen gute Ergebnisse erzielt, betonte Analyst Joeri Sels. Besonders positiv überraschten die gestiegenen Umsätze und Margen in Deutschland. Das gute Ebitda, der hohe Free Cash Flow und die Bekräftigung der Planziele sollten das schlechte US-Geschäft zumindest für den Moment vergessen lassen.

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