Börse vor „Woche der Zinsen“
Dax-Ausblick: Geringe Schleudergefahr

Nach ungewohnt eindeutigen Äußerungen führender Notenbanker gehen die meisten Börsianer so gut vorbereitet auf eine EZB-Zinserhöhung wie selten in die kommende Woche.

HB FRANKFURT. Denoch dürften die Anleger bis zur für Donnerstag erwarteten ersten Anhebung der Leitzinsen in der Eurozone seit rund fünf Jahren jede einzelne Wortmeldung seitens der EZB genau unter die Lupe nehmen.

Das Gros der von Reuters befragten Analysten geht davon aus, dass der Deutsche Aktienindex es mit Unterstützung der Wall Street schaffen wird, die Marke von 5 200 Punkten zu überwinden, an der er zuletzt wiederholt gekratzt hatte. Da der letzte Rest an Unsicherheit über die künftige Geldpolitik allerdings erst mit der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) beseitigt sein wird, schließen Marktstrategen zu Wochenbeginn Rückschläge nicht völlig aus.

Scheudergefahr gering - Zinsen kein Schreckgespenst mehr

„Es besteht aber wohl keine Schleudergefahr mehr für eine Jahresendrally“, ist Hans-Jörg Naumer von der Fondsgesellschaft dit sicher. Da die Währungshüter bereits durchblicken ließen, dass sie keine größere „Zinstreppe“ bauen wollen, dürfte ein moderater Schritt nach oben um 25 Basispunkte den Markt seiner Ansicht nach sogar entlasten, obwohl Zinserhöhungen an der Börse in der Regel negativ aufgenommen werden. „Das Zins-Gespenst hat seinen Schrecken verloren“, urteilen auch die Experten der Commerzbank.

Beruhigend auf die Akteure wirke zusätzlich, dass sich langsam aber sicher ein Ende der Zinsanhebungen in den USA unter dem designierten Notenbankchef Ben Bernanke ankündige, sagte Naumer. Damit sei absehbar geworden, dass die zuletzt weit geöffnete Zinsschere zwischen den USA und der Eurozone sich etwas schließen könnte. In Europa liegen die Zinsen derzeit mit zwei Prozent auf historisch niedrigem Niveau, während in den USA nach zwölf Zinsanhebungen in Folge ein Leitzins von vier Prozent zu Buche steht.

Nach Einschätzung von Jörg Treptow von MM Warburg ist die Jahresendrally in Deutschland dagegen schon weitgehend gelaufen. „Die institutionellen Anleger haben ihr Geschäft in diesem Jahr weitgehend gemacht und scheuen größere Risiken. Sie halten sich daher mit größeren Engagements zurück.“ Der Dax hat seit Anfang November knapp vier Prozent an Wert zugelegt.

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