Börsendebüt am 10. April
Wacker-Börsengang soll 350 Millionen Euro bringen

Der geplante Börsengang soll dem Münchener Chemiekonzern Wacker mehr in die Firmenkasse spülen als bislang erwartet. Das Familienunternehmen will im April an die Börse.

HB FRANKFURT. Der bisher größte Börsengang dieses Jahres soll bis zu 350 Mill. Euro einbringen. Diese Summe stamme aus der Platzierung eigener Aktien und solle hauptsächlich für neue Investitionen - vor allem im Solarbereich - eingesetzt werden, sagte der Finanzvorstand der Wacker Chemie AG, Joachim Rauhut, am Montag in Frankfurt. Eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant. Die Preisspanne für die Aktie soll voraussichtlich an diesem Donnerstag (30.3.) bekannt gegeben werden, die Erstnotiz ist für den 10. April vorgesehen. An der schwankungsanfälligen Halbleitersparte Siltronic wolle das Unternehmen festhalten.

„Es geht um Wachstum und um gute Margen“, umriss Vorstandschef Peter-Alexander Wacker die Attraktivität des Unternehmens für Anleger. Die Wacker Chemie AG wurde bisher als Familienunternehmen geführt, künftig sollen mehr als 25 Prozent der Anteile im Streubesitz liegen. Dafür geben die AG selbst, eine vom Firmenchef kontrollierte Beteiligungsgesellschaft und die Investmentbank Morgan Stanley Anteile ab. Die Beteiligungsfirma will mit dem Erlös Schulden abbauen, die 2005 entstanden waren, als sie für die Familie einen Anteil von 44 Prozent an dem Unternehmen von dem Pharmakonzern Sanofi-Aventis zurückkaufte.

Der Vorstandschef deutete indirekt an, dass die in Finanzkreisen gehandelte Bewertung des Konzerns von bis zu vier Mrd. Euro grob gerechnet zutreffend sei. Die chemischen Produkte aus dem Hause Wacker kommen unter anderem in der Automobil- und Bauindustrie zum Einsatz und finden sich zum Beispiel in Kaugummi-Rohmasse und Fliesenkleber wieder. Als besonders zukunftsträchtig gilt das Polysilizium-Geschäft zur Herstellung von Solarzellen. Neben dem Ausbau der Kapazitäten am Firmensitz im oberbayerischen Burghausen werde die Errichtung eines zusätzlichen Produktionsstandorts für diese Sparte in Erwägung gezogen, sagte Wacker.

An der schwankungsanfälligen Halbleiter-Sparte Siltronic solle festhalten werden. „Siltronic ist wesentlicher Bestandteil des Konzerns. Derzeit gibt es keinen Anlass, daran zu zweifeln“, sagte der Vorstandschef. Das Unternehmen hatte 2004 versucht, Siltronic separat an die Börse zu bringen, dann aber einen Rückzieher gemacht. Anschließend wurde die Sparte saniert. Seither gibt es Spekulationen über einen Verkauf.

Starke Wachstumsraten erzielt Wacker vor allem in Amerika und Asien. Das Unternehmen sieht sich in allen Geschäftsbereichen mindestens unter den Top drei in der Welt. Gegründet 1914 vom Urgroßvater des heutigen Vorstandschefs, beschäftigt der Konzern inzwischen bei einem Umsatz von 2,8 Mrd. Euro rund 14 000 Mitarbeiter.

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