Börsendebüt
Symrise kommt

Der Duft- und Geschmacksstoffproduzent Symrise aus Holzminden hat seinen Plan bestätigt, noch in diesem Jahr an die Börse zu gehen. Zusammen mit der Erstnotiz sei eine Kapitalerhöhung um rund 650 Mill. Euro geplant, teilte das Unternehmen am Freitag in Frankfurt mit. Mit dem Geld will Symrise Kredite ablösen.

fmk FRANKFURT. Die Konsortialführung teilen sich UBS und Deutsche Bank. „Das wird einer der größten Börsengänge in diesem Jahr werden, wenn nicht sogar der Größte“, sagte Firmenchef Gerold Linzbach. Der bisher größte deutsche Börsengang 2006 war der von Wacker Chemie (siehe „Licht und Schatten“). Das bayerische Unternehmen gab Aktien im Wert von 1,2 Mrd. Euro aus.

Symrise entstand 2002, als der schwedische Private-Equity-Investor EQT die rivalisierenden Holzmindener Aromenhersteller Haarmann & Reimer und Dragoco kaufte. Die Schweden legten die zwei Firmen zusammen und schufen so die neue Nummer vier der Branche. Sie senkten die Kosten, warfen einige hundert Mitarbeiter hinaus und kurbelten Neuentwicklungen an. Nun wollen sie Kasse machen. Die Kosten für die Übernahme hatte EQT in das neu entstandene Unternehmen Symrise verlagert, das sich hierfür hoch verschuldete. Die Verbindlichkeiten liegen heute bei 1,4 Mrd. Euro inklusive Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote bezifferte Linzbach mit zwei Prozent – für die Industrie ein niedriger Wert.

Die Aromen, die Symrise produziert, verwendet die Konsumgüterindustrie für die Herstellung von Parfums, Nahrungsmitteln, Drogeriewaren und Reinigungsprodukten – ein Markt, der derzeit nach Firmenangaben jährlich um etwa drei Prozent wächst. Zu den Kunden gehören der Nivea-Hersteller Beiersdorf, der Getränkeriese Coca-Cola, das Parfumhaus Dior und der US-Konzern Procter & Gamble. Symrise produziert in 19 Ländern, der Weltmarktanteil liegt bei ungefähr neun Prozent. Im Neunmonatsvergleich 2005/2006 konnte Symrise den Umsatz um neun Prozent auf 944 Mill. Euro steigern.

Bisher hält EQT 78 Prozent an Symrise, einen Teil davon im Auftrag anderer Investoren. Dragoco-Alteigner Horst-Otto Gerberding besitzt noch gut 18 Prozent. Nach dem Börsengang soll mehr als die Hälfte der Anteile in Streubesitz gehen. Hinter EQT mit Sitz in Stockholm steht die schwedische Bankiersfamilie Wallenberg. Branchenexperten zufolge wird der Börsengang von Symrise eines der lohnendsten Geschäfte in der Geschichte von EQT werden. Außer Symrise und einigen kleineren Investments hält das Private-Equity-Haus in Deutschland Anteile an dem Motorenhersteller MTU.

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