Börsenfusion
Deutsche-Börse-Aktie feiert Klarheit im Übernahmestreit

Die US-Technologiebörse Nasdaq ist aus dem Übernahmekampf um die NYSE Euronext ausgestiegen. Jetzt kommt die Deutsche Börse doch zum Zug. Die Anleger belohnen, dass endlich Klarheit herrscht.
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DüsseldorfDer Konkurrenzkampf um die New Yorker Börse NYSE Euronext ist beendet: Die US-Technologiebörse Nasdaq und die mit ihr verbündete Rohstoffbörse ICE zogen am Montag ihr Angebot zurück und machten somit den Weg frei für die Deutsche Börse. Seit Klarheit herrscht, schießt der Aktienkurs der Deutschen Börse nach oben: Sechs Prozent kletterte das Papier in der ersten Stunde, nachdem die Nasdaq ihren Rückzug im Übernahmepoker verkündet hat.

Seit dem ursprünglichen Angebot der Deutschen Börse Mitte Februar ging es für ihren Aktienkurs auf und ab. Anfang April hatten Nasdaq und ICE ein konkurrierendes Übernahmeangebot für NYSE Euronext vorgelegt, das die Deutsche Börse nur schwer hätte übertrumpfen können: Die Technologiebörse war bereit, 19 Prozent auf das Angebot der Deutschen Börse draufzulegen. Der Kurs rutschte ab, denn Anleger spekulierten auf einen langwierigen Bieterkampf.

Trotz dem vergoldeten Angebot der Nasdaq blieb die Deutsche Börse allerdings der bevorzugte Fusionspartner der NYSE, nicht zuletzt, weil bei einem Zusammenschluss mit dem deutschen Unternehmen mehr Arbeitsplätze gesichert wären.

Hoffnungen machte der Deutschen Börse dabei, dass der Zusammenschluss von NYSE und Nasdaq am Kartellrecht scheitern könnte. Letztendlich kam es tatsächlich so: "Wir haben uns entschlossen, unser Angebot zurückzuziehen, weil klargeworden ist, dass wir keine Genehmigung der Finanzaufsicht bekommen werden", sagte Nasdaq-Chef Bob Greifeld am Montag.

Der Frankfurter Börsenbetreiber will nun seine eigene Offerte für die NYSE vorantreiben. Bis Ende des Jahres soll die Fusion von Statten gehen. Dabei würde die weltgrößte Börse mit Standorten in New York, Frankfurt und anderen europäischen Städten entstehen.

Unter dem Strich haben die Fusionsverhandlungen das Deutsche-Börse-Papier nach wie vor einiges an Wert gekostet. Vor Bekanntgabe ihrer Pläne lag die Deutsche Börse noch bei 61 Euro; auch der Schwung des heutigen Tages hob die Aktie nur auf 57 Euro. Die in Paris gelisteten NYSE-Papiere gingen währenddessen auf Talfahrt. Die Titel brachen um 10,2 Prozent auf 25,72 Euro ein und waren damit so günstig wie seit Anfang April nicht mehr.

Roland Pfänder, Analyst bei der Commerzbank, erwartet für das Papier jetzt eine Entspannung: "Es ist kein Bietergefecht mehr absehbar. In den USA käme von der Größenklasse und den Synergieeffekten her höchstens noch die CME in Frage, und die haben bisher weitestgehend kein Interesse gezeigt."

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin

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