Börsengänge 2007
Mega-Emissionsmaschine

Bei Börsengängen galt 2007: Je größer, umso besser. Zwar hat sich das gesamte Emissionsvolumen in Deutschlands Premiumsegment Prime Standard bei 7,5 Mrd. Euro eingependelt. Im Unterschied zum Vorjahr, ließen sich aber wieder große Emissionen im Volumen von mehr als einer Milliarde Euro platzieren.

FRANKFURT. Es war das abrupte Ende einer bis dato sehr stimmungsvollen Party: Weil vielen Investoren die starken Marktschwankungen im November zu viel wurden, zogen sie es vor, sich lieber keine neuen Börsenkandidaten mehr ins Depot zu holen. Als Folge davon verschoben der chinesische Technologie-Konzern Vtion und der ostdeutsche TV-Ausrüster Technotrend ihre Börsenpläne kurzerhand ins neue Jahr.

Von Trübsal kann bei Börsenkandidaten und Investmentbanken dennoch keine Rede sein. Zwar hat sich das gesamte Emissionsvolumen in Deutschlands Premiumsegment Prime Standard so „nur“ bei 7,5 Mrd. Euro eingependelt – dem Niveau von 2006, dem erfolgreichsten Jahr seit dem New-Economy-Boom im Jahr 2000.

Der Unterschied ist jedoch, dass sich wieder große Emissionen im Volumen von mehr als einer Milliarde Euro platzieren ließen. Der Großmotoren-Hersteller Tognum, der im Frühjahr über zwei Milliarden Euro eingespielt hat, war damit sogar der größte Börsengang seit der Deutschen Post im Herbst 2000. Die Investmentbanker hatten daran jedenfalls ihre Freude. Lässt sich dabei doch mit wenigen Emissionen mehr Geld verdienen als mit kleineren Börsengängen im zwei- oder niedrigen dreistelligen Millionen-Bereich.

Tognums Großmotoren mit teilweise mehr als 10 000 PS sind dabei auch Symbol für das, was bei Anlegern ankam. Handfestes und verständliches, traditionelles Geschäft gehörten dazu. Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA fiel dabei ebenso unter diese Kategorie wie der Spezialglas-Hersteller Gerresheimer, der Baumaschinen-Produzent Wacker Construction oder SAF-Holland, bekannt für LKW-Auflieger und -Anhänger.

Dass sich das Investment in den meisten Fällen bis dato für die Anleger dennoch nicht gerechnet hat, liegt an den Auswirkungen der US-Hypothekenkrise. Die zog auch Aktien in Mitleidenschaft, die damit nichts zu tun hatten. Denn die meisten Emissionen gingen zur besten Börsenzeit im Frühjahr an den Markt. Für gute Unternehmen wurde damals auch gutes Geld bezahlt. Davon ist an der Börse zurzeit nichts mehr zu spüren.

Die meisten Börsenneulinge des Jahres rangieren inzwischen unterhalb ihres Ausgabepreises (siehe Tabelle). Zwei rühmliche Ausnahmen gibt es dennoch: Der Photovoltaik-Anlagenbauer Centrotherm und die chinesische Zhong De, die schlüsselfertige Müllheizkraftwerke baut, haben ihren Ausgabepreis um mehr als die Hälfte gesteigert. Das Unternehmen war der Debütant aus dem Reich der Mitte am deutschen Aktienmarkt.

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